iff-Überschuldungsschlaglicht 2019/12

Alltägliches Rechnen im Kontext von Überschuldung

12. Schlaglicht der Überschuldung von Katharina Angermeier (HAW Hamburg) und Prof. Dr. Harald Ansen (HAW Hamburg)

In finanziellen Krisensituationen kommt der Fähigkeit zum alltäglichen Rechnen besondere Bedeutung zu. Gleichzeitig wirkt sich eine Krisensituation wie eine Überschuldung folgenreich auf das gewohnte Denken und Handeln aus. Ist das Haushaltseinkommen knapp, muss besonders überlegt gehandelt werden. Katharina Angermeier und Harald Ansen untersuchen, wie Überschuldete mit alltäglichen mathematischen Anforderungen umgehen. Hierzu wurden sowohl mit Ratsuchenden als auch Schuldnerberaterinnen und Schuldnerberatern Interviews geführt. 

Einflussfaktoren liegen dabei vor allem in den Bereichen der Einkommensarmut, also dem Wirtschaften mit begrenzten Haushaltsmitteln, dem sozialen und familiären Umfeld, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, gesellschaftlich geprägten Konsumvorstellungen sowie der immer schneller voranschreitenden Digitalisierung und Technik. Ziel des Projekts ist es, aus den Erkenntnissen Empfehlungen für die Beratungsarbeit abzuleiten.

institut für finanzdienstleistungen e. V. (iff)

Das institut für finanzdienstleistungen e. V. (iff) ist ein gemeinnütziges Forschungsinstitut, das seit über 30 Jahren für öffentliche Auftraggeber, Verbraucherverbände und privatwirtschaftliche Unternehmen auf nationaler und internationaler Ebene forscht. Das iff setzt sich seit seiner Gründung für den Zugang zu Finanzdienstleistungen ein und konzentriert sich vor allem auf finanziell verletzliche Verbraucher, insbesondere auf Alleinselbständige sowie überschuldete Verbraucher. Mehr Informationen unter: www.iff-hamburg.de

Überschuldungsschlaglichter

Die Überschuldungsschlaglichter des Instituts für Finanzdienstleistungen (iff) in Kooperation mit der Stiftung Deutschland im Plus greifen aktuelle Fragestellungen der Überschuldung in Deutschland auf und bieten ausgewiesenen Fachleuten ein Forum.
Die komplette iff Reihe „Schlaglicht der Überschuldung“ finden Sie hier. Angelehnt sind sie an den jährlich erscheinenden iff-Überschuldungsreport

Ansprechpartnerin

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an: Dr. Sally Peters

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Die Story im Ersten: Milliardengeschäft Inkasso

Eine neue Doku von Michael Richter zu Inkasso

Vor gut einem Jahr wurde die iff Studie zur Evaluation des Inkassogesetzes veröffentlicht. Grimme Preis Träger Michael Richter hatte bereits im letzten Jahr über die Inkassobranche und die Evaluation berichtet. Heute Abend um 22:45 wird nun eine weitere Dokumentation über die Branche, „Die Story im Ersten: Milliardengeschäft Inkasso„, in der das Geschäftsmodell der Branche näher beleuchtet wird, ausgestrahlt. Nach Informationen des Branchenverbandes Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V (BDIU) wird mit Inkasso jährlich über 5 Milliarden Umsatz erzielt. Unter anderem kommt hier Dirk Ulbricht, Leiter des iff und Co-Autor der Evaluation des Inkassogesetzes zu Wort.

Worum geht es?

Die Branche steht wegen hoher Kosten, die sie von den Schuldnern aufnimmt bereits seit längerem in der Kritik. Eine Gesetzesänderung, die einen Kostendeckel bewirken sollte, hat tatsächlich zu einer regelmäßigen Ausweitung der Kosten bis hin zu dieser Grenze bewirkt. Auch einfache Anschreiben können so bei Kleinstbeträgen zu Kosten von 70 Euro führen. Auch wird scheinbar immer noch mit Strafanzeigen und ähnlichem gedroht, ohne, dass das tatsächlich so ohne weiteres möglich wäre. Die Schuldner, die häufig wegen kleinerer Beträge nicht zu Ihrem Anwalt gehen möchten, zahlen lieber.

Zweite Ernte

Zudem wird festgestellt, dass es zu Doppelbeauftragungen kommt. Statt lediglich entweder einen Anwalt oder ein Inkassounternehmen zu beauftragen, wird häufig effektiv von beiden Möglichkeiten Gebrauch gemacht. Das verursacht zusätzliche Kosten, ohne, dass damit die Rückzahlungsquote nennenswert verbessert wird. Kritisch ist das vor allem dann zu sehen, wenn die Firmen nicht mehr selber mahnen, sondern diese Aufgabe an externe aber zur Unternehmensgruppe gehörende Inkassounternehmen abgeben. Dann können nicht nur die geringen Aufwände des Inhouse-Inkasso geltend gemacht werden, sondern die deutlich höheren Kosten des „externen“ Inkassounternehmens geltend gemacht werden. So kann Mahnen ein ertragreiches Geschäft werden.

Weitere Informationen finden sich auch bei Inkassowatch.

 

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