Bei einer Arbeitsgelegenheit nach § 16d SGB II handelt es sich um kein privatrechtliches Arbeitsverhältnis zwischen dem Maßnahmenträger und dem Empfänger von Arbeitslosengeld II, das einen Anspruch des Arbeitnehmers auf Arbeitsentgelt auslöst – LSG Niedersachsen-Bremen vom 18. Dezember 2018, Az. L 11 AS 109/16

Zur Bejahung der Zusätzlichkeit im Sinne des § 16d Abs. 2 Satz 1 SGB II der von einem Alg II-Empfänger bei den kommunalen Verkehrsbetrieben ausgeübten... → weiterlesen

Die in § 2 Abs. 1 AsylbLG angeordnete, entsprechende Anwendung des SGB XII bezieht sich ebenfalls auf den Leistungsausschluss gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 SGB XII – SG Leipzig vom 6. Dezember 2018, Az. S 1 AL 232/18.ER

Der gesamte Regelungsbereich des SGB XII ist hiervon grundsätzlich mit umfasst und wird auch nicht durch speziellere Regelungen des AsylbLG verdrängt. Aus dem AsylbLG geht... → weiterlesen

Für das Bestehen geänderter persönlicher Verhältnisse (hier: keine weitere Erwerbsfähigkeit nach den §§ 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und 8 Abs. 1 SGB II) ist stets der SGB II-Träger beweispflichtig – SG Braunschweig vom 21. März 2019, Az. S 10 AS 75/19.ER

Erwerbsfähig ist, wer nicht als voll erwerbsgemindert im Sinne des § 43 Abs. 2 Satz 2 SGB VI aufgefasst zu werden hat. Unter „auf nicht... → weiterlesen

Verleihung „Versicherungskäse 2019“ des BdV erstmals mit Dirk Ulbricht in der Jury

Auch in diesem Jahr verleiht der BdV auf seiner 29. Wissenschaftstagung am 12. April 2019 wieder den Versicherungskäse des Jahres. Der Negativpreis ist inzwischen weit über die Grenzen der Versicherungsbranche bekannt und zeichnet das schlechteste Versicherungsprodukt des Jahres aus um auf Misstände der Branche hinzuweisen. Die drei nominierten Produkte, die aus über 20 eingesendeten Vorschlägen von Verbrauchern, Experten und Journalisten in diesem Jahr ausgewählt wurden heißen:

  • „Prosperity – WohlstandsVorsorge“ – ein Produkt der Liechtenstein Life Assurance AG
  • „Vorsorgekomponente V“ – ein Produkt der Allianz Private Krankenversicherungs-AG
  • „Wetter Bonus“ – ein Produkt der Cardif Allgemeine Versicherung

 

Über den Preisträger entscheidet eine Jury aus vier Verbraucherschützern: Kerstin Becker-Eiselen (Verbraucherzentrale Hamburg), Edda Castelló (Juristin und Verbraucherschützerin), Lars Gatschke (Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.), Barbara Sternberger-Frey (Redaktionsbüro Sternberger-Frey) und erstmals auch Dr. Dirk Ulbricht (Direktor und Senior Researcher am institut für finanzdienstleistungen e.V.).

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Auxmoney and friends – Kredite für alle und jeder darf eine Bank sein?

Crowdlending Platformen bringen Geldgeber und Kreditnehmer ohne Banken zusammen. Was sich gut anhört, ist für keinen von beiden wirklich ratsam.

Neue Anlage- und Kreditchancen, potenziell bessere Konditionen und Bequemlichkeit

Es hört sich erst einmal gut an. Endlich fallen die trägen Banken als Mittler zwischen anlagesuchenden Kapitalgebern und Kreditsuchenden weg. Die Abwicklung ist digital, dementsprechend wenig Verwaltungskosten fallen an. Damit bleibt mehr für beide Seiten: Kreditnehmer und Kreditgeber. Den Kredit kann man sich bequem vom heimischen Sofa aus beantragen und lukrative Investitionsprojekte oder Kreditgesuche als Anlage raussuchen. Für Menschen, die bei Banken keine Chance auf einen Kredit haben, ergeben sich hier plötzlich neue Möglichkeiten. Sie können sich ihre Wünsche erfüllen bzw. ihre Projekte umsetzen. Selbstständige und Menschen mit befristeten Arbeitsverträgen erhalten eine Chance auf einen Kredit.

Schnelle Kreditvergabe erhöht Überschuldungsrisiko

Zu einer nachhaltigen Kreditvergabe gehört aber mehr. Das hat das iff zuletzt in der Studie Faire Kreditvergabe[1] in Deutschland ausführlich dargestellt. Wesentlich ist die Erfassung der Einnahmen und Ausgaben, um den frei verfügbaren Betrag je Monat festzustellen, der für die Kreditraten zur Verfügung steht. Risiken, wie das Ende einer befristeten Tätigkeit, eine Einkommenseinbuße aufgrund der Geburt eines Kindes oder eines Pflegefalls in der Familie, sind ebenfalls zu berücksichtigen. Wer schnell und unüberlegt einen Kredit aufnehmen kann, ohne dass diese Dinge besprochen werden, für den erhöht sich das Überschuldungsrisiko enorm. „Wer schnell handelt, macht auch schnell Fehler“, warnt Dirk Ulbricht in einem aktuellen Artikel in der Süddeutschen.

Überschuldung ist stigmatisiert, in Notlagen wird auf den mündigen Bürger kein Verlass

Wer glaubt, dass es ja schließlich mündige Bürger sind, die man in ihren Entscheidungen durchaus ernst nehmen muss, hat grundsätzlich Recht. Diese Sicht verkennt aber gerade in kritischen Lebenslagen die Situation. Ist ein Bürger kurz vor der Überschuldung, wird er lieber noch einmal nach dem rettenden Strohhalm einer Kreditmöglichkeit greifen als die Konsequenzen einer Überschuldung und Privatinsolvenz zu akzeptieren. Überschuldung ist in Deutschland stigmatisiert. Oft heißt es: Wer überschuldet ist, hat sein Leben nicht im Griff und gilt als selbst Schuld an seiner Misere. Vielfach wird Überschuldung als persönliches Versagen angesehen, dass vor allem auf mangelnde Selbstbeherrschung beim Konsum in Verbindung gebracht wird. Den Betroffenen wird so eine Möglichkeit eröffnet, ihre Überschuldung künstlich hinauszuzögern.

Überschuldungsauslöser sind Schicksalsschläge

Tatsächlich ist Überschuldung meist eine Folge von persönlichen Schicksalsschlägen wie Krankheit, Scheidung, Arbeitslosigkeit oder schlicht Folge eines ohnehin niedrigen Einkommens. Das zeigt auch regelmäßig der Überschuldungsreport[2] des iff. Unkontrollierter Konsum ist tatsächlich einer der nachrangigen Faktoren.

Das Risiko übernimmt der schlecht vorbereitete Anleger

Das Risiko, dass diese Rechnung nicht aufgeht, übernimmt bei Crowdlending letztlich der Anleger. Diesem werden zwar bei Auxmoney Risikoscores zur Verfügung gestellt. Auxmoney basiert diese Scores auf Faktoren, wie der Anzahl der Rechtsschreibfehler im Kreditantrag der potentiellen Kreditnehmer. Das ist clever und hilfreich. Die Scores können und dürfen aber kein Kreditgespräch ersetzen. In einem solchen Gespräch würde ein Kreditexperte nämlich die möglichen Risiken mit dem Kunden abklopfen. Das ist nicht, wie Auxmoney das auf der Internetseite sagt, eine langweiliges bzw. nutzloses Unterfangen. Den Kunden sind viele Risiken gar nicht bewusst, sie können nur auf persönliche Erfahrungen zurückgreifen. Die Bank hat da einen größeren Erfahrungsschatz. Letztlich wird das Ausfallrisiko schließlich von den gleichermaßen unerfahrenen Investoren übernommen.

 

 

 

[1] https://www.iff-hamburg.de/2019/02/14/markttest-ratenkredit/

[2] https://www.iff-ueberschuldungsreport.de/

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Katharina Angermeier / Harald Ansen: „Alltägliches Rechnen im Kontext von Überschuldung“

Das 12. Schlaglicht zur Überschuldung von Katharina Angermeier (HAW Hamburg) und Prof. Dr. Harald Ansen (HAW Hamburg) in der Reihe des instituts für finanzdienstleistungen e.V. (iff) in Kooperation mit der Stiftung Deutschland im Plus trägt den Titel: „Alltägliches Rechnen im Kontext von Überschuldung“. Es stellt erste Erkenntnisse zu einem aktuellen Forschungsprojekt vor, das untersucht, wie Überschuldete mit alltäglichen mathematischen Anforderungen umgehen.

Bertelsmann-Stiftung: Armut ist in Deutschland vor allem ein Problem in den Großstädten

„Armut ist in Deutschland nach wie vor ungleich verteilt. Besonders in den deutschen Großstädten ist die Armutsquote höher als im Bundesdurchschnitt und die Bevölkerung in diesen Städten nimmt Armut verstärkt wahr.“

Quelle und mehr: www.bertelsmann-stiftung.de/…armut-ist-in-deutschland-vor-allem-ein-problem-in-den-grossstaedten/