Antwort auf Gutachten von Prof. Walter Krämer im Auftrag des BDIU

Antwort auf Gutachten von Prof. Walter Krämer im Auftrag des BDIU

27.11.2018, Dr. Dirk Ulbricht, Institut für Finanzdienstleistungen Hamburg e.V. (iff)

In der kommenden Ausgabe der Zeitschrift für das Forderungsmanagement (ZfM) ist die Langfassung eines von Prof. Dr. Walter Krämer von der Universität Karlsruhe erstellten Gutachtens zur Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen e.V. (iff) „Evaluierung der inkasso-rechtlichen Vorschriften des Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken“ (iff 2018) erschienen (Krämer 2018). Grundlage des folgenden Textes ist eine vorab vom Auftraggeber, dem Bund Deutscher Inkassounternehmen e.V. (BDIU) zur Verfügung gestellte Version des Gutachtens.

Krämer geht darin in drei Abschnitten auf die Studienergebnisse ein:

  1. Momentaufnahmen versus Trends
  2. Verzerrte Stichproben
  3. Suggestive Fragebögen

Fazit: Herr Krämer konzentriert sich auf Punkte, die gegenüber dem, durch die Studie belegten, bestehenden Handlungsbedarf nachrangig erscheinen und übersieht zu dem, dass diese nicht Bestandteil des (im Gutachten beschriebenen) Auftrages sind. Zudem begutachtet er beinah ausschließlich die offensichtlichen „Schwachpunkte“, d.h. die Ergebnisse, die bereits von den Autoren des iff-Berichts mit Einschränkungen versehen waren.

Ein wesentlicher Kritikpunkt, der Mangel an Repräsentativität, macht er konkret an dem Fehlen einer repräsentativen Stichtagserhebung fest. Diese ist tatsächlich aber bereits in der Studie enthalten und wurde scheinbar von Krämer übersehen.

Zudem kritisiert Krämer das Nutzen von Suggestivfragen mit dem Hinweis, Alternativen, die mit „Ja“ zu beantworten seien, würden tendenziell eher gewählt. Bei seinen Ausführungen lässt er außer Acht, dass es sich dabei nicht um eine Meinungsumfrage an die Allgemeinheit, sondern um eine Erhebung bei Fachexperten handelt und diese, im Übrigen nicht durch Quellen belegten, Erkenntnisse nicht übertragbar sind.

Vollständige Einschätzung des Gutachtens von Walter Krämer im Auftrag des Bund Deutscher Inkassounternehmen e.V. BDIU

BDIU: Zahlungsmoral der Verbraucher lässt nach

Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) meldet: „Gegensätzliche Trends bei der Zahlungsmoral: Während Firmenkunden ihre Rechnungen jetzt besser bezahlen als vor einem Jahr, lässt die Rechnungstreue der Verbraucher leicht nach. Grund ist die gute Konjunktur.

Das ist das Ergebnis der traditionellen Herbstumfrage unter den 550 Mitgliedern des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU), Berlin.

Kirsten Pedd, Präsidentin des BDIU: »Eigentlich klingt es absurd, aber: Viele Verbraucher haben deutlich mehr Geld zur Verfügung, und deshalb bezahlen sie ihre Rechnungen nicht mehr so sorgfältig wie früher. (mehr …)

49. Sitzung des Bundestags: Schuldnerberatung und Inkasso thematisiert

Letzten Donnerstag wurde im Bundestag über den Haushalts-Einzelplan 07 (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz) debattiert. Auszug aus dem Protokoll:

Amira Mohamed Ali (DIE LINKE):

Wenn ich mit Schuldnerberaterinnen und -beratern spreche, dann sagen sie mir einhellig, dass die meisten Menschen durch unerwartete Ereignisse, durch Schicksalsschläge in die Schuldenfalle geraten: ein Todesfall in der Familie, eine schwere Krankheit, der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes. Es ist unsere Aufgabe, diesen Menschen zu helfen und zu verhindern, dass sie immer tiefer in die Schuldenspirale geraten.

Daher fordert Die Linke ein Recht auf kostenlose Schuldnerberatung für alle. (mehr …)

Stellungnahme des AK InkassoWatch zum Evaluierungsbericht inkassorechtlicher Vorschriften

Der AK InkassoWatch* hat eine Stellungnahme und Skizzierung des Handlungsbedarfs zum Schlussbericht des Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) zur „Evaluierung der inkassorechtlichen Vorschriften des Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken“ veröffentlicht.

Diese Stellungnahme ist sehr lesenswert! Vielen Dank an die Mitglieder des AK InkassoWatch!

Aus der Vorbemerkung: (mehr …)

AK InkassoWatch: Stellungnahme zum Evaluationsbericht der inkassorechtlichen Vorschriften

Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz hat am 17.04.2018 den Schlussbericht zur Evaluation der inkassorechtlichen Vorschriften des Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken vom 1. Oktober 2013... → weiterlesen

BGH bestätigt wettbewerbsrechtliche Zulässigkeit von Inkassoschreiben

BGH, Urteil vom 22. März 2018, I ZR 25/17 – amtlicher Leitsatz:

Das Schreiben eines Inkassounternehmens, das eine Zahlungsaufforderung sowie die Androhung gerichtlicher Schritte und anschließender Vollstreckungsmaßnahmen enthält und nicht verschleiert, dass der Schuldner in einem Gerichtsverfahren geltend machen kann, den beanspruchten Geldbetrag nicht zu schulden, stellt keine wettbewerbswidrige aggressive geschäftliche Handlung dar (Abgrenzung zu BGH, Urteil vom 19. März 2015, I ZR 157/13, GRUR 2015, 1134 Rn. 25 = WRP 2015, 1341 – Schufa-Hinweis). – UWG § 4a Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 und Satz 3

Siehe dazu die Pressemitteilung der VZ Bayern

„Inkassofirmen verlangen immer höhere Gebühren – Regierung ohne Konzept“

Das Handelsblatt berichtet am 27.05.2018 über die Evaluierung der inkassorechtlichen Vorschriften des Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken des instituts für finanzdienstleistungen (iff) im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV).

Wir sind der Meinung, dass hier unbedingt etwas passieren muss, denn auch bei Kleinstbeträgen und geringem Betreibungsaufwand wird hier massiv Druck durch die Inkassounternehmen gemacht. „So kann bereits eine Forderung über einen Euro mit dem ersten Inkassoschreiben auf 71,20 Euro anwachsen“, sagt Dirk Ulbricht vom iff.

Link zum Beitrag

iff-Überschuldungsschlaglicht von Birgit Vorberg zum Forderungsinkasso gegenüber Verbrauchern: Der Gesetzgeber ist weiterhin dringend gefragt!

An dieser Stelle der Hinweis auf das aktuelle iff-Überschuldungsschlaglicht: „Forderungsinkasso gegenüber Verbrauchern: Der Gesetzgeber ist weiterhin dringend gefragt!“ von Birgit Vorberg (VZ NRW), welches unter www.iff-ueberschuldungsreport.de/media.php?id=5309 zu finden ist.

iff-Überschuldungsschlaglicht von Birgit Vorberg zum Forderungsinkasso gegenüber Verbrauchern: Der Gesetzgeber ist weiterhin dringend gefragt!

An dieser Stelle der Hinweis auf das aktuelle iff-Überschuldungsschlaglicht: „Forderungsinkasso gegenüber Verbrauchern: Der Gesetzgeber ist weiterhin dringend gefragt!“ von Birgit Vorberg (VZ NRW), welches unter www.iff-ueberschuldungsreport.de/media.php?id=5309 zu finden ist.