Achtung Kreditfalle! – Studie zur Kreditvergabe in Deutschland

Das iff – Institut für finanzdienstleistungen hat im Auftrag des Bürgerbewegung Finanzwende e.V., dessen Vorstand Gerhard Schick ist, eine sehr lesenswerte Studie erstellt.

Aus der PM des Vereins: „Für die Studie wurden deutschlandweit 94 Kreditvergabetests bei den wichtigsten Anbietern im stationären, bankseitigen Ratenkreditvertrieb (Santander, Targo, VR-Banken, Sparkasse, Sparda, Postbank, Commerzbank, Deutsche Bank, Hypovereinsbank) im Mysteryshopping-Format durchgeführt. Daraus entstanden 166 konkrete Vertragsangebote. Die Studie ist damit die wohl umfassendste Veröffentlichung ihrer Art, aber nicht repräsentativ im statistischen Sinne. (mehr …)

Was wirklich im MSCI World Index steckt

Börse Abschwung

Bürse, Abschwung

dpa Interview zur Homebias bei DAX – Investments

In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur (dpa), das am 13.2.2018 unter anderem bei n-tv veröffentlicht wurde, stellt Dirk Ulbricht fest, dass der DAX durchaus eine internationale Risikostreuung darstellt. Die Idee der Risikostreuung ist, dass Anleger nicht alles von der wirtschaftlichen Entwicklung in einem Land abhängig machen. Stattdessen sollten sie vielmehr möglichst global anlegen. Bei einem schlechten Konjukturverlauf in einem Land oder Weltregion, hat man so zumindest noch die Chance von einer besseren konjunkturellen Situation andernorts zu profitieren. In diesem Zusammenhang wird immer wieder  gesagt, ein DAX Investment sei diesbezüglich ungeeignet. Tatsächlich sind aber viele Deutsche Firmen, die im DAX sind, weltweit sehr stark vertreten und verdienen, wie bspw. Volkwagen, einen großen Teil ihrer Gewinne im Ausland. Der MSCI World beinhaltet deutlich mehr Aktien. Er enthält aber zu rund 60 Prozent in US-amerikanische Aktien.

ETFs können gute Renditemotoren für die Altersvorsorge oder Vermögensanlage sein

Das iff empfiehlt für die Altersvorsorge und langfristige Anlagen breite gestreute Fonds, die in Ihrer Zusammensetzung den großen Aktienindizes wie dem MSCI-World, dem Eurostoxx oder dem DAX folgen. Diese sogenannten Exchange Traded Funds, kurz ETF, sind aufgrunddessen, dass sie keine Fondsmanager benötigen, sehr günstig. Zudem gibt es wenige Fondsmanager, die sie über längere Zeiträume schlagen.

 

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Markttest Faire Kreditvergabe

Um was geht es?

Der Markttest Ratenkredite im Auftrag der Bürgerbewegung Finanzwende hatte zum Ziel, den Ratenkreditmarkt in Deutschland mittels Testkäufen mit Blick auf die Fairness der Beratung und der Angebote zu analysieren. Dadurch sollen bestehende Handlungsfelder aufgezeigt werden.

Die Ergebnisse sind:

  • Es ergibt sich durchweg ein negatives Bild von der Kreditvergabe in Deutschland, das bei einigen Instituten einfach noch schlimmer ausgeprägt ist. Hier sticht die Santander Bank hervor, die über mehrere Kategorien hinweg besonders schlecht abschneidet. Offensichtliche Risiken, wie ein potenziell kostspieliger Pflegefall in der Familie, der Ausfall eines Kfz, die im Beratungsgespräch vom Kunden[1] nachdrücklich eingebracht werden, werden vor allem mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Im Kreditgespräch selbst, bspw. bei der Haushaltsanalyse oder der Bestimmung der Kredithöhe, spielen sie aber keine Rolle.
  • In vielen Fällen werden Restschuldversicherungen mittels erheblichen Verkaufsdrucks, teilweise sogar als zwingende Voraussetzung für eine Kreditvergabe vertrieben. Dieser zeigt sich durch penetrante Ansprache, ungefragte Miteinbeziehung in die Angebote, Verweis auf die sich andernfalls deutlich erhöhenden Zinsen, dem Drohen mit Risiken für die nahen Angehörigen bis schließlich dahin, dass die Kreditbewilligung von dem Abschluss der Zusatzprodukte abhängig gemacht wird. Die Restschuldversicherungskosten wurden, auch wenn sie zwingende Voraussetzung für den Erhalt des Kredites waren, nicht im Effektivzins berücksichtigt.
  • Bei 53 der vorgelegten 106 Kreditangebote, die Restschuldversicherungen enthielten[2], kann schon aufgrund der Kosten, die letztlich in dem doppelten des Marktzinses münden, nicht mehr von einem einvernehmlichen Verkauf bzw. einer informierten Entscheidung seitens des Kunden ausgegangen werden. Die Höchstwerte betragen bei den Effektivzinsen inklusive Restschuldversicherung bei Laufzeiten bis zu fünf Jahre knapp 23 Prozent, bei Laufzeiten ab fünf Jahren 25 Prozent. Bei 29 von 32 direkt vergleichbaren Kreditangeboten mit und ohne Restschuldversicherung waren die angegebenen Effektivzinsen, d.h. ohne Berücksichtigung der Restschuldversicherung, identisch. Dies, obwohl mit der Restschuldversicherung das Ausfallrisiko bei bedarfsgerechter Beratung sinken müsste.
  • In mehreren Fällen lagen aus Sicht der Autoren Gesetzesverstöße vor. In drei Fällen lag der angegebene Effektivzins oberhalb der Wuchergrenze, in mindestens zwei Fällen wurde gegen die Preisangabenverordnung verstoßen.
  • Die Berater erheben in der Regel nur wenige Eckdaten wie Monatsgehalt und Miete und verlassen sich bei der Haushaltsanalyse im Übrigen auf statistische Werte, ohne die tatsächliche finanzielle Situation der Tester durch Rückfragen zu klären. Insgesamt ist die Beratung bei deutschen Banken sehr häufig lückenhaft und nicht dazu geeignet, einem Kreditausfall und damit einhergehender Überschuldung vorzubeugen.
  • Da der monatlich verfügbare Betrag nicht richtig erhoben wird, wird bei der Kredithöhe und der Laufzeit bzw. der Ratenhöhe zu selten wirklich auf die Bedürfnisse der Kunden eingegangen. Bei fünf Bankengruppen werden in 30 Prozent der Tests weder Raten noch Laufzeiten überhaupt besprochen.
  • Das Kriterium Diskretion wurde im Schnitt zu 24 Prozent nicht erfüllt. Das heißt, dass Dritte zu häufig vertrauliche Informationen über die Haushaltssituation der Tester erfahren.

Der Test

Der Umfang

Insgesamt wurden deutschlandweit 94 Tests und 166 konkrete Vertragsangebote bei den wichtigsten Anbietern im stationären, bankseitigen Ratenkreditvertrieb erhoben. Diese Studie ist nach Kenntnis der Autoren damit die bisher umfangreichste ihrer Art, deren Ergebnisse auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Dennoch ist keine Repräsentativität im statistischen Sinne gegeben, die Angabe von Prozentwerten dient nur der übersichtlichen Vergleichbarkeit, sie soll ausdrücklich keine größeren Fallzahlen suggerieren.

Die Grundlage

Der Test baut auf dem bereits 2013 vom iff entwickelten Konzept der Fairen Kreditvergabe auf[3], das Kriterien zur Prüfung einer fairen Kreditvergabe formuliert. Zentrale Fragestellung der Untersuchung ist, inwieweit die Beratung dazu geeignet ist, den Kunden ein passendes Produkt zu verkaufen. Eine schlechte Beratung bei Ratenkrediten kann ein deutlich erhöhtes Überschuldungsrisiko bedeuten. Aus Untersuchungen (u.a. der BaFin[4]) ist bekannt, dass die Kosten und Provisionen, die die Verbraucher bei Zusatzprodukten zu tragen haben, erheblich, ja zum Teil sogar wucherisch sind. Das wirft die Frage auf, inwieweit die Verträge einvernehmlich geschlossen wurden. Daher wurde unter anderem untersucht, ob Zusatzprodukte mit Druck oder gar als Obligatorium verkauft wurden.

Wie wurde bewertet

Im Einzelnen wurden die Testkäufe danach ausgewertet, inwieweit die untersuchten Banken die Situation der Kunden in Erfahrung bringen und darauf abgestimmte Angebote unterbreiten. Um einschätzen zu können, ob überhaupt und wenn ja, in welcher Höhe und mit welcher Laufzeit ein Kredit vergeben werden kann, sind im Kreditgespräch die regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben des Kreditnehmers zu erfassen. Da es sich dabei um sensible Themen handelt, muss eine Gesprächssituation geschaffen werden, die dies ermöglicht. Ein Kreditgespräch darf nicht am Schalter geführt werden. Um Überschuldungsrisiken vorzubeugen, ist die Berücksichtigung sich bereits abzeichnender, negativer Entwicklungen im Einkommen oder bei den Ausgaben zwingend erforderlich. Dabei kommt es auch darauf an, ob der Berater während des Gespräches wahrgenommene potenzielle Risiken in seiner Analyse berücksichtigt. Aufbauend auf der Analyse der finanziellen Situation des Verbrauchers ist das Kreditangebot entsprechend hinsichtlich der Ratenhöhe und des Betrages anzupassen. Zentral ist, dass der Verbraucher die monatlichen Belastungen leisten kann. Kredite dürfen nicht unnötig in die Länge gezogen werden, denn dies ist mit einer Kostensteigerung verbunden. Bei einer Kreditberatung darf außerdem kein Zusatzprodukt aufgedrängt werden. Wenn überhaupt ein Zusatzprodukt angeboten wird, muss der Vorteil für den Kunden klar erkennbar sein. Weiter sollte die Kreditentscheidung ausschließlich an den finanziellen Möglichkeiten des Kreditnehmers festgemacht werden und nicht vom Abschluss damit nicht in Zusammenhang stehender Produkte abhängen. Schließlich dürfen die Zinsen, auch unter Berücksichtigung solcher Zusatzprodukte, nicht deutlich überteuert oder gar wucherisch sein. Dies ließe erhebliche Zweifel an der Freiwilligkeit der Entscheidung oder der Transparenz der Kosten aufkommen.

Kriterien bewusst sehr niedrig angesetzt

Bei der Bewertung der Tests werden die Kriterien für ein positives Ergebnis bewusst sehr niedrig angelegt. Dadurch soll eine breite Abdeckung zentraler Aspekte der Kreditvergabe gewährleistet werden. Das heißt beispielsweise, dass bereits eine einzige Rückfrage nach der Einkommenssituation, Ausgaben oder möglicher Änderungen bei Einkommen oder Ausgaben positiv gewertet wurde. Für eine verantwortliche Erfassung der Haushaltssituation oder deren Entwicklung greift das in der Regel eigentlich zu kurz. Im Zweifelsfall wurde das entsprechende Kriterium als erfüllt bewertet, d.h. die Ergebnisse dieses Tests fallen gegenüber den tatsächlichen Verhältnissen tendenziell eher zu positiv aus.

Die Ergebnisse im Einzelnen

Zukünftige Entwicklungen bleiben unberücksichtigt

Doch selbst diesem niedrigen Anspruchsniveau des Tests wurden die Banken aber häufig nicht gerecht. Zukünftige Änderungen bleiben in der Regel bei allen Banken bei der Kreditvergabe außen vor. Weder werden hierzu Rückfragen gestellt, noch werden deutliche Kundenhinweise bezüglich sich abzeichnender Risiken wie einem Pflegefall in der Familie oder dem Ausfall des Kfz wahrgenommen. Selbst eine offensichtliche Schwangerschaft einer Testerin wurde bei keinem ihrer vier Tests berücksichtigt. Im Schnitt erzielten hier lediglich 11 Prozent die gewünschten Ergebnisse (Tabelle 28). Mit lediglich rund 30 Prozent positiven Ergebnissen liegt die Deutsche Bank deutlich vor den übrigen Instituten. Bei der Sparkasse werden sich abzeichnende Änderungen in der finanziellen Situation nahezu vollständig, bei der Santander komplett ignoriert.

Nur zwei Drittel der Prüfpunkte der Haushaltsanalyse wurden positiv bewertet

Nur zwei Drittel der Prüfpunkte der Haushaltsanalyse wurden im Schnitt positiv bewertet (Tabelle 28). Viele Berater scheinen die Ausgaben basierend auf dem monatlichen Arbeitseinkommen anhand statistischer Werte anzusetzen. Wenn es überhaupt zu einer Rückfrage kommt, zielt diese auf die Wohnkosten ab. Die Spannweite von besseren und schlechteren Ergebnissen ist dabei sehr breit. Während bei der Volks- und Raiffeisenbank 85 Prozent und bei der Sparda Bank und der Targobank immerhin noch drei Viertel der Prüfpunkte positiv bewertet wurden, hat bei der deutlichen Mehrzahl der Tests der Santander Bank keine vollständige Haushaltsanalyse stattgefunden. Hier wurden im Schnitt lediglich 27 Prozent der Prüfpunkte positiv bewertet.

Restschuldversicherungen ohne Beratung und Nutzen

Alle getesteten Banken bieten Restschuldversicherungen an. Lediglich knapp die Hälfte der dort erhobenen Kategorien wurden jedoch positiv gewertet (Tabelle 28). Die Santander Bank weist gar nur 27 Prozent positive Testergebnisse auf. In der Regel kam es zu keiner vollständigen Bedarfsanalyse. Beide dafür notwendigen Fragen, d.h. nach den abzusichernden Personen und nach bestehenden Versicherungen gleichermaßen, wurden am häufigsten bei der Commerzbank, aber selbst da in lediglich der Hälfte der Tests dokumentiert (Tabelle 17). Die Volks- und Raiffeisenbank hat hingegen bei keinem der Tests beides erfragt. Bei der Santander wurde die Restschuldversicherung an sich in 40 Prozent der Fälle überhaupt nicht erläutert (Tabelle 18). Die Kosten werden zu selten ungefragt genannt. Dies war in nur 78 Prozent der Tests bei der Volks- und Raiffeisenbank, in 67 Prozent bei der Hypovereinsbank und in rund 60 Prozent der Tests bei der Deutschen Bank der Fall. Bei der Santander wurden die Kosten in 30 Prozent, bei der Postbank und der Sparda in weniger als der Hälfte der Tests ungefragt genannt (Tabelle 19).

Verkaufsdruck bei Restschuldversicherungen

Bei einigen Banken ist auffällig häufig Verkaufsdruck bzw. Zwang beim Vertrieb von Restschuldversicherungen zu beobachten (Tabelle 20). In jeweils rund 80 Prozent der Tests, bei denen eine Restschuldversicherung angeboten wurde, wurde bei der Santander Bank und der Volks- und Raiffeisenbank Druck festgestellt. Am seltensten wurde Druck bei der Deutschen Bank und der Sparda Bank in Zusammenhang mit jeweils immerhin noch einem Fünftel der Restschuldversicherungsangebote verzeichnet. In 40 Prozent der Tests, bei denen eine Restschuldversicherung angeboten wurde, war diese bei der Santander Bank zwingende Voraussetzung für die Kreditbewilligung. In jeweils einem Fünftel entsprechender Tests war das bei der Deutschen Bank, der Postbank und der Targobank der Fall.

Extreme Zinssätze bei Einberechnung der Restschuldversicherung

Die Berater haben den Testern bei 80 von 94 Tests Restschuldversicherungen mitangeboten. Bei 11 von diesen Tests waren die Angaben nicht vollständig zur Verfügung gestellt worden – weder in Form eines Vertragsentwurfs noch eines Bildschirmausdrucks oder eines handschriftlichen Konditionenblatts. Bei 53 von 166 Kreditangeboten wurde inklusive der Restschuldversicherung eine extreme, d.h. 100 Prozent über dem Marktzinssatz liegende Verzinsung festgestellt. Einen klaren Hinweis auf Wucher, d.h. einen obligatorischen Abschluss und eine inklusive der Restkreditversicherung mehr als 100 Prozent über dem Marktzinssatz liegende Verzinsung gab es bei insgesamt 16 dieser 53 Verträge. Bei drei Angeboten wurde ein wucherischer effektiver Jahreszinssatz angeben.

Kreditgespräche in Hörweite Dritter

Bei 24 Prozent der Beratungsgespräche musste jederzeit damit gerechnet werden, dass Dritte vertrauliche Informationen über die Haushaltssituation der Tester erfahren. Zum Teil wurden die Gespräche in Hörweite zu den Kassenschaltern geführt. Bei der Santander Bank war lediglich in 18 Prozent der Tests die notwendige Diskretion gegeben.

Es ist vor dem Hintergrund der schlechten Ergebnisse bezüglich der Haushaltsanalyse und der Berücksichtigung zukünftiger Entwicklung nicht davon auszugehen, dass das Eingehen auf die Kundenbedürfnisse für den Kunden wirklich einen Mehrwert brachte. Immerhin wurden aber durchschnittlich ca. 90 Prozent der Prüfpunkte bezüglich des Eingehens der Berater auf Kundenbedürfnisse erreicht. D.h. die Kredithöhe oder die Laufzeit bzw. Ratenhöhe wurden thematisch angerissen.

[1] Um die Lesbarkeit zu erhöhen, wird hier und im Folgenden lediglich das generische Maskulinum verwendet. Es soll damit stets die Allgemeinheit angesprochen sein.

[2] Insgesamt wurden 166 Kreditangebote überreicht, 106 beinhalteten eine Restschuldversicherung, wovon 53 Kreditangebote wiederum unter Einbeziehung der Versicherungskosten zu einem Effektivzins führten, der mehr als das doppelte über den vergleichbaren Marktzinssätzen lag.

[3] Reifner, Udo, Helena Klinger, Michael Knobloch und Achim Tiffe, 2013, „Fairness und Verantwortung im Konsumentenkredit – ein Bewertungsprojekt“, institut für finanzdienstleistungen e.V.

[4] BaFin, 2017, „Marktuntersuchung zu Restkreditversicherungen“, https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Meldung/2017/meldung_170620_restschuldversicherung.html, zuletzt abgerufen am 11.1.2019.

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FG München: Säumniszuschläge sind bei Überschuldung unbillig und teilweise zu erlassen

Das Finanzgericht München hat einen lesenswerten Beschluss zu den steuerrechtlichen Säumniszuschlägen gefasst, 13.08.2018 – 14 V 736/18. Daraus:

„(Rz. 29:) Säumniszuschläge sind ein Druckmittel eigener Art, das den Steuerschuldner zur rechtzeitigen Zahlung anhalten soll. Darüber hinaus verfolgt § 240 AO den Zweck, vom Steuerpflichtigen eine Gegenleistung für das Hinausschieben der Zahlung fälliger Steuern zu erhalten. …

(Rz. 33.) Die Anwendung des § 240 AO begegnet jedoch dann schwerwiegenden verfassungsrechtlichen Zweifeln, wenn die Säumniszuschläge wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit des Steuerpflichtigen teilweise zu erlassen sind (vgl. Heuermann in Hübschmann/Hepp/Spitaler, AO/FGO, Stand: Juni 2018, § 240 Rz 19). Denn dann sind sie sowohl ihrem verbleibenden Zweck nach als auch der Höhe nach mit einer Verzinsung vergleichbar. In diesem Fall liegt ein vollständiger Erlass der Säumniszuschläge nahe. … (mehr …)

ALG II: Zur Nichtanrechnung weitergeleiteten Kindergeldes

Rechtsanwalt Helge Hildebrandt weist in seinem ohnehin stets lesenswerten Blog https://sozialberatung-kiel.de/ auf § 1 Abs. 1 Nr. 8 ALG II-VO hin. Leitet ein Elternteil Kindergeld zeitnah an das nicht im gemeinsamen Haushalt lebende Kind weiter, ist dieses bei dem weiterleitenden Elternteil nicht auf den ALG II-Anspruch anzurechnen. Er befasst sich mit der Frage, bis wann das Kindergeld weitergeleitet worden sein muss.

ALG II: Zur Nichtanrechnung weitergeleiteten Kindergeldes

Rechtsanwalt Helge Hildebrandt weist in seinem ohnehin stets lesenswerten Blog https://sozialberatung-kiel.de/ auf § 1 Abs. 1 Nr. 8 ALG II-VO hin. Leitet ein Elternteil Kindergeld zeitnah an das nicht im gemeinsamen Haushalt lebende Kind weiter, ist dieses bei dem weiterleitenden Elternteil nicht auf den ALG II-Anspruch anzurechnen. Er befasst sich mit der Frage, bis wann das Kindergeld weitergeleitet worden sein muss.

„Ein Mann ist keine Geldanlage“

In einem Artikel der Frankfurter Rundschau zum Thema Vermögensaufbau für Frauen spricht Dr. Sally Peters vom iff über zielgruppenorienterte Ansprache als Notwendigkeit in einer männerdomierten Welt der Finanzprodukte und Risiken mit unseriösen Vermittlern.

Vereinzelte Anbieter halten bereits seit Jahrzehnten spezielle Angebote für Frauen vor, diese erreichen aber derzeit nur einen Bruchteil der Frauen. Immer mehr Anbieter entdecken das Potenzial und die Notwendigkeit eines spezifischen Angebots für Frauen. Der Blick von Männer und Frauen auf Finanzen nicht grundsätzlich anders. Aber: Die Lebensrealitäten von Frauen und Männer unterscheiden sich (z.B. aufgrund gesellschaftlicher Vorstellungen) häufig noch. „Die Voraussetzungen bei Frauen in Bezug auf Einkommen und Bildung sind leider immer noch andere“, so Peters.

Die Entwicklung zielgruppengerechter Angebote ist grundsätzlich als sehr positiv zu beurteilen. Dennoch sollte immer aufmerksam geprüft werden, welche Interessen die jeweiligen Anbieter verfolgen.

 

 

 

 

 

 

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