Private Altersvorsorge für Selbständige wichtig

In einem dpa-Artikel, spricht Dr. Sally Peters vom iff über die Probleme von Selbständigen bei der Absicherung der späteren Rente. Oft entstehen Lücken durch unsicheren oder wechselnden Einkünften. Auch für pflichtige Selbständige  wie etwa selbstständige Erzieher, Lehrer oder Pflegekräfte führt der Regelbeitrag nur zu einer sehr geringen Rente von ca. 900 €.

Freiberufler in Kammerberufen sind da besser dran: Sie sind in der jeweiligen Kammer pflichtversichert. Es zählen unter anderem Ärzte, Apotheker, Architekten oder Rechtsanwälte dazu. Peters erklärt: „Angehörige dieser Berufe zahlen einkommensabhängige Pflichtbeiträge und bauen damit über die Jahre in der Regel auskömmliche Altersrenten auf“.

Für die meisten Selbständigen ist es jedoch noch keine Pflicht, für das Alter vorzusorgen. Es bleibt Ihnen selbst überlassen, ob sie sich freiwillig versichern oder nicht. Auch darum gibt es viele un- oder unterversicherte unter ihnen. Selbständige, die sich für die gesetzliche Rente entscheiden, haben zur Zeit noch die Wahl sich auf Antrag pflichtzuversichern bzw. sich freiwillig versichern. Wer sich pflichtversichert hat den Vorteil, Riester-Förderung zu erhalten sowie die Beitragszeiten ohne Einschränkungen für die Frührente anrechnen zu können, hat dadurch aber auch weniger Flexibilität. Der Antrag kann bspw. nur innerhalb der ersten fünf Jahre einer Selbständigkeit gestellt werden. Außerdem sind die Beiträge nicht variabel, man zahlt entweder 18,6% des Einkommens bzw. den Regelbeitrag ein. Entscheidet sich der Selbständige für die freiwilligen Beitragsleistungen in die Rentenkasse, entfällt der Anspruch auf Rieser-Förderung. Im Gegenzug aber hat der Versicherte mehr Freiraum, es kann zwischen einen MIndest- und Höchstbetrag gewählt werden. Sollte es mal knapp mti dem Geld werden, kann man die freiwillige Versicherung auch beenden.

Eine weitere staatlich geförderte Möglichkeit ist die Rürup-Rente, die meist in einer meist in klassischen oder fondsgebundenen Form angeboten wird. Sie ist dazu mit 88% von der Steuer absetzbar, was sie für gut verdienende Selbständige interessant macht, ebenso wie die Möglichkeit, erheblich höhere Beiträge einzuzahlen.

Der Artikel erschien unter anderem Weserkurier und auf ihre-vorsorge.de.

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Crowdfunding – riskant und ohne klaren Zweck

In der gestrigen Finanzausschusssitzung wurden Experten zu Änderungsbedarf des gesetzlichen Rahmens für Crowdinvesting gehört. Zwei davon erläutern, warum sie eine weitere Lockerung des Verbraucherschutzes ablehnen.

Von Peter Mattil und Dirk Ulbricht

Die gesetzlichen Regelungen bezüglich Crowdinvesting sollen geändert werden. Dazu wurden am Montag, den 9.4.2019 Sachverständige vom Finanzausschuss gehört. Zwei davon, RA Dr. Peter Mattil und Dr. Dirk Ulbricht begründen im Folgenden, warum sie eine weitere Lockerung des Verbraucherschutzes ablehnen. Crowdfunding fördert nur in den seltensten Fällen innovative Geschäftsideen. Häufig werden stattdessen spekulative Anlagen als vermeintlich sichere und hoch rentierliche Immobilienanlagen verkauft. Irrsinnigerweise sind auch Informationen für Anleger ausschließlich Englisch möglich. Das erhöht unnötigerweise die Kosten im Streitfall und schafft zusätzlich Unsicherheit. Insgesamt bleibt aber auch festzustellen: Statt sich mit dieser Nischenbranche zu beschäftigen, besteht weitaus größerer Handlungsbedarf hinsichtlich einer deutlich häufigeren Ausnahmeregelung im Bankenbereich. Dort werden hoch riskante Bankpapiere ohne erkennbaren Grund von der Prospektpflicht ausgenommen.

Die Ziele und Zugang

Beim Crowdfunding sammeln Projektentwickler einfach und schnell ohne Vermittler Geld für Ihre Ideen über Internetplattformen. Das soll insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und Start-Ups mit innovativen Ideen fördern helfen. Sie werden als Keimzelle der wirtschaftlichen und technologischen Transformation angesehen. Dort sollen die europäischen Unicorns, d.h. Technologieunternehmen mit einem Marktwert von mehr als einer Milliarde, entstehen.

Was soll geschehen

Die Prospekthaftpflicht soll reformiert werden. Die deutsche Crowdfunding Entwicklung geht der Branche nicht schnell genug. Unsinnige gesetzliche Hürden und Beschränkungen stünden im Wege. Um das zu ändern sollen die Höchstanlage für Einzelanlagen von derzeit 1.000 Euro und bei Selbstauskunft auf 10.000 Euro erhöht werden. Damit sollen mehr Mittel von Verbrauchern eingeworben werden können.

Anlageprospekte

Außerdem soll es einfacher werden, ohne die Erstellung eines teuren Prospektes nach Wertpapierhandelsgesetz Crowdfunding Anlagen anzubieten. Dazu soll die Ausnahmeregelung, die derzeit für Crowdfunding-Projekte herrscht, von 2,5 Mio. Emissionsvolumen auf bis zu 8 Mio. Euro angehoben werden. Statt des Prospekts soll eine kurze Wertpapierinformationsbroschüre (WIB) als Grundlage für die Information der Anleger dienen.

Der Anleger soll auch Anteilseigner seien dürfen

Schließlich soll Crowdfunding auch als Anteilseigener und nicht nur in Form eines (partiarischen) Darlehens möglich sein. So wird verhindert, dass der Investor vollständig an den Gewinnen teilnehmen kann. Das ist ohnehin eine deutsche und, von der deutschen Lösung geprägte, österreichische Sonderlocke.

Crowdfunding ist nicht schützenswert

Tatsächlich aber ist die Branche gerade dabei, Geld für den bereits stark überhitzten Immobilienmarkt einzusammeln. Laut der 2017 erschienen Evaluierung der Bundesregierung gehen 2/3 der Anlagen in diesen Bereich. Geld, das riskant angelegt ist. Der Immobilienmarkt gilt nicht nur der Bundesbank als überhitzt. Zudem ist die Rechtsform, die am häufigsten zum Einsatz kommt, das Nachrangdarlehen, denkbar schlecht. Im Falle einer Insolvenz werden die Besitzer die Crowdfunding Anleger erst nach allen anderen Gläubigern bedient. Da bleibt wahrscheinlich nicht viel übrig. Zudem haben sie kaum ein Mitsprache- und Informationsrecht.

Niemand braucht diese Branche

In der jetzigen Gestalt ist die Branche unnötig. Auch in den USA, dem Heimatland der Unicorns ist kaum eines dieser Tiere durch Crowdfunding entstanden. Die Mär, dass es lediglich an der „künstlichen“ Hürde von 2,5 Mio. Euro liegt, bis zu der ein teurer Prospekt vermieden werden kann, ist Quatsch. Zum einen zeigt auch hier besagte Evaluation, dass kaum ein Projekt sich an dieser Grenze befindet. Zum anderen ist auch nicht klar, welche besonderen, bisher nicht erfüllten Investitionsmöglichkeiten erschlossen werden sollten. Ist es doch so, dass sie klein, aber nicht zu klein, groß aber nicht zu groß für die Prospektpflicht sein müssen.

Aus Anlegersicht besteht ein erhebliches Potential für Irreführung

Ein großer Teil der Branche zielt auf Immobilienprojekte ab. Dabei gilt aber mitnichten, dass es sich um eine solide Anlage in Grund und Boden handelt. Schließlich werden die Anleger eben gerade keine Grundstücksbesitzer, sondern leihen lediglich Gelder für andere, die darin investieren. Diese und nicht die Anleger haben die Sicherheit über die Immobilen. Leicht kann man aber auf den Gedanken kommen, wenn man auf die Seiten schaut. Ein beredtes Beispiel dafür ist Zinsland.de. Dass es bisher nur zu einem Ausfall gekommen ist, ist nur ein bescheidenes Trostpflaster. Bei dem Immobilienmarkt wäre alles andere eine Überraschung. Man mag sich nicht vorstellen, wie groß das Geschrei ist, wenn es in die andere Richtung geht. Und auch hier gilt für den Markt: Was hoch fliegt, kann auch tief fallen.

Rechtsformänderungen machen das eigentliche Problem klar

Warum sollte man nun auch die Rechtsformen öffnen, damit die Anleger auch als Gesellschafter einsteigen können? Dafür gibt es bereits mit gutem Grund hohe Hürden. So muss man, um Gesellschafter einer GmbH zu werden, eben mit gutem Grund beim Notar vorbeischauen. Der klärt einen dann darüber auf, dass es eben nicht so leicht ist, wieder an sein Geld zu kommen. Die GmbH ist nicht für zahlreiche anonyme Anleger geeignet. Dafür gibt es ja die Aktien. Wenn nun der Crowdfunding-Verband fordert, die Informationspflichten und ähnliches zu lockern, gleichzeitig aber die GmbH als Rechtsform für Crowdfunding-Produkte zu zulassen, ist das falsch. Auch wenn es verständlich ist, die eierlegende Wollmilchsau zu fordern. Träumen tun wir alle ab und an.

Es gibt weitaus genug Produkte, über die man Reden muss

Derzeit gibt es bereits genug Produkte, über die man dringend reden muss. Das WPPG und die EU-Prospektverordnung erlauben den Banken, sogenannte Nichtdividendenwerte bis 75 Mio. € jährlich Prospektfrei zu emittieren. Hinter dem Begriff Nichtdividendenwerte verbergen sich alle spekulativen Wertpapiere, wie z.B. Optionsscheine, Genussscheine,  Zertifikate (Berüchtigt: Knock-out, CoCo Bonds, Lehman), die noch immer an Verbraucher im großen Stil verkauft werden.

Warum genießen Banken eine Prospektausnahme für Zockerpapiere?

Warum die Banken ausgerechnet für diese Zockerpapiere eine Prospektausnahme genießen, ist ein Rätsel. Hier muss man nicht nur über eine Prospektpflicht nachdenken, sondern ein Verbot des Verkaufs riskanter Wertpapiere ohne Garantieschutz an Verbraucher. Obwohl auch Garantieprodukte oft nicht halten, was sie versprechen. Da kommen Ausreden, Relativierungen, …

Die Sprachregelung ist zu kritisieren

Die Sprachregelung in der EU-Prospektverordnung ist ebenfalls scharf zu kritisieren. Ein Emittent aus Luxemburg beispielsweise darf den Prospekt in Englisch oder sogar französisch verfassen, wenn er ihn in Deutschland verwendet. Will der Anleger nach einem Verlust klagen, muss er den Prospekt auf eigene Kosten übersetzen lassen. 15000-20000 € für eine Übersetzung sind einzuplanen und der Emittent wird dann vermutlich die Richtigkeit der Übersetzung bestreiten. Der Emittent ist verantwortlich für seinen Prospekt, also auch die Lesbarkeit. Binnenmarkt vor Verbraucherschutz, das darf nicht sein.

Sogenannte Nichtdividenden-Papiere, die von Kreditinstituten angeboten werden, dürfen bis zum Emissionsvolumen von 75 Mio. (!) ohne Prospekt vertrieben werden. Dass es nur an „qualifizierte“ Anleger gehen darf, steht bislang wohl eher auf dem Papier. Diese Produkte, Genussscheine oder Coco-Bonds werden in großer Stückzahl angeboten.

Fazit: Alles lassen, wie es ist

Konkret zu Crowdinvesting gesagt: Es gibt keinen Grund, irgendetwas an den derzeitigen Regelungen zu ändern. Sie haben sich bewährt und Verbraucher haben auch schon so zu viele hochriskante, komplizierte Produkte zur Auswahl, von denen sie die Finger lassen sollten.

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Was wirklich im MSCI World Index steckt

Börse Abschwung

Bürse, Abschwung

dpa Interview zur Homebias bei DAX – Investments

In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur (dpa), das am 13.2.2018 unter anderem bei n-tv veröffentlicht wurde, stellt Dirk Ulbricht fest, dass der DAX durchaus eine internationale Risikostreuung darstellt. Die Idee der Risikostreuung ist, dass Anleger nicht alles von der wirtschaftlichen Entwicklung in einem Land abhängig machen. Stattdessen sollten sie vielmehr möglichst global anlegen. Bei einem schlechten Konjukturverlauf in einem Land oder Weltregion, hat man so zumindest noch die Chance von einer besseren konjunkturellen Situation andernorts zu profitieren. In diesem Zusammenhang wird immer wieder  gesagt, ein DAX Investment sei diesbezüglich ungeeignet. Tatsächlich sind aber viele Deutsche Firmen, die im DAX sind, weltweit sehr stark vertreten und verdienen, wie bspw. Volkwagen, einen großen Teil ihrer Gewinne im Ausland. Der MSCI World beinhaltet deutlich mehr Aktien. Er enthält aber zu rund 60 Prozent in US-amerikanische Aktien.

ETFs können gute Renditemotoren für die Altersvorsorge oder Vermögensanlage sein

Das iff empfiehlt für die Altersvorsorge und langfristige Anlagen breite gestreute Fonds, die in Ihrer Zusammensetzung den großen Aktienindizes wie dem MSCI-World, dem Eurostoxx oder dem DAX folgen. Diese sogenannten Exchange Traded Funds, kurz ETF, sind aufgrunddessen, dass sie keine Fondsmanager benötigen, sehr günstig. Zudem gibt es wenige Fondsmanager, die sie über längere Zeiträume schlagen.

 

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2019/10

Falsche Altersvorsorge führt Selbstständige in den Ruin

10. Schlaglicht der Überschuldung von Brigitte Ommeln, Finanzfachwirtin (FH) und Wirtschafts- und Unternehmensberaterin erschienen

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Das 10. Schlaglicht zur Überschuldung von Brigitte Ommeln in der Reihe des instituts für finanzdienstleistungen e.V. (iff) in Kooperation mit der Stiftung Deutschland im Plus beschäftigt sich mit der Altersabsicherung Selbstständiger. Ommeln stellt dabei fünf zentrale Aspekte rund um die finanzielle Altersabsicherung von Selbstständigen pointiert dar. Ihr Fazit: Selbstständige sind in Zeiten guten Verdienstes in Hinblick auf ihre Altersvorsorge teilweise sogar überversorgt. Im Falle finanzieller Schwierigkeiten – ausgelöst durch Probleme wie beispielsweise Krankheit, Scheidung, unternehmerische Fehlentscheidungen oder Steuernachforderungen – kann es dazu kommen, dass sie die Versicherungen nicht mehr bedienen können. Dies führt schlimmstenfalls zur Auflösung der Absicherung. Personen, die alleine selbstständig sind, fehlt häufig die Zeit, sich mit den komplexen Produkten der Altersversorge auseinanderzusetzen. Problematisch sind fehlendes Wissen und eine oftmals fehlende produktunabhängige Beratung. In der Folge wird häufig auf gut gemeinte Tipps gesetzt, die sich dann im Nachhinein als falsche Entscheidung herausstellen können. Ommeln führt aus, welche Produkte sich für eine Altersabsicherung Selbstständiger eignen und geht hierbei auf mögliche Stolperfallen ein. Zusammenfassend stellt sie politische Forderungen auf, die auf derzeitige Lücken in der Altersvorsorge verweisen und Lösungsperspektiven aufzeigen. Sie verweist dabei insbesondere auf die Notwendigkeit einer kostengünstigen und unabhängigen Beratung für Selbstständige sowie deren Entlastung von Sozialabgaben.

institut für finanzdienstleistungen e. V. (iff)

Das institut für finanzdienstleistungen e. V. (iff) ist ein gemeinnütziges Forschungsinstitut, das seit über 30 Jahren im Auftrag verschiedener öffentlicher Auftraggeber auf nationaler und internationaler Ebene, Verbraucherverbänden und auch von privatwirtschaftlichen Unternehmen forscht. Das iff setzt sich seit seiner Gründung für den Zugang zu Finanzdienstleistungen ein und konzentriert sich vor allem auf finanziell verletzliche Verbraucher, insbesondere auf Alleinselbständige sowie überschuldete Verbraucher.

Überschuldungsschlaglichter

Die Überschuldungsschlaglichter des Instituts für Finanzdienstleistungen (iff) in Kooperation mit der Stiftung Deutschland im Plus greifen aktuelle Fragestellungen der Überschuldung in Deutschland auf und bieten ausgewiesenen Fachleuten ein Forum.
Die komplette iff Reihe „Schlaglicht der Überschuldung“ finden Sie hier. Angelehnt sind sie an den jährlich erscheinenden iff-Überschuldungsreport.

 „Deutschland im Plus“ – Die Stiftung für private Überschuldungsprävention

Die Stiftung „Deutschland im Plus“ engagiert sich für die private Überschuldungsprävention in Deutschland. Zu unseren Aufgaben zählen Bildungsmaßnahmen für Schüler, Bereitstellung von Informationen, Forschungsförderung sowie konkrete Beratung für Hilfesuchende. Unsere Arbeit fokussiert sich auf folgende Themen: finanzielle Bildung, Hilfe bei Schulden, Forschung.

Ansprechpartnerin

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Sally Peters



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Zurück auf normal

Was bedeutet das Ende des Aufschwungs für den Vorsorgesparer

Börse Abschwung

Heute ist in der dpa ein Interview mit Dirk Ulbricht über das, was Anleger 2019 erwartet, erschienen (zum Artikel).

Der Aufschwung geht nach 10 Jahren zu Ende. Für Vorsorgesparer, die in Aktien investieren, bringt das erstmal eine schwierige Zeit mit sich. Dank der kostengünstigen, gut diversifizierten Exchange Traded Funds (ETFs) hatte ihre Zahl zuletzt merklich zugenommen. Einige von ihnen wurden gerade auch wegen der stetig steigenden Börsenindizes zu Aktiensparern.

Die Phase der Illusionen, schnell reich zu werden, geht zu Ende

Dirk Ulbricht, 2018

Für viele von ihnen heißt es nun das erste Mal Ruhe zu bewahren, auch wenn die Kurse purzeln. Auch diejenigen, die nicht wissen, ob sie jetzt einsteigen sollen oder nicht: Wer langfristig investieren oder vorsorgen möchte, für den zahlt es sich aus, so früh wie möglich zu investieren – also auch jetzt. Den richtigen Einstiegszeitpunkt zu finden, ist ohne hin den wenigsten vergönnt (Ulbricht 2014).

Mit den sich eintrübenden Konkjunkturzahlen und Aktienindizes läßt auch die übermäßige Risikofreudigkeit nach, die ein langer Aufschwung mit sich bringt. Die Zahl derjenigen, die in Bitcoins oder ähnlichem das schnelle Geld suchen, nimmt zum Glück wieder ab.

So bessern Sie mit Ihrem Haus die Rente auf

Die Immobilienrente erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Dass sie noch ein Nischenprodukt ist, muss niemanden abschrecken, man muss aber die wichtigsten Merkmale gut durchdenken

Die Welt berichtete am 7.12.2018 ausführlich zu Immobilienrenten (zum Artikel). Die Rente aus Stein, die in anderen Ländern bereits seit Jahrzehnten etabliert ist, ist in Deutschland immernoch die Große Ausnahme. Lediglich zwei Anbieter sind deutschlandweit aktiv. „Dennoch, wenn man die wesentlichen Regeln im Blick behält und sich vor allem unabhängigen Rat sowohl zur Wertermittlung der eigenen Immobilie als auch bei der Ausgestaltung des Vertrages dazu holt, braucht man sich nicht abschrecken lassen.“ sagt Dirk Ulbricht, Direktor des gemeinnützigen institut für finanzdienstleistungen e.V., Hamburg. Als Hilfestellung hat das iff eine Broschüre für Verbraucher herausgebracht, sie sollen einen Überblick über die wichtigsten Punkte geben. Mehr zu Immobilienrenten

 

Diese Regeln helfen beim Sparen

In einem Artikel der dpa, erschienen u.a. am 13.11.2018 in der Neuen Presse, geben Finanzexperten, darunter auch Dirk Ulbricht vom iff e.V. Geldanlegern Tipps zum Thema Sparen.

Zum allgemein bekannte Dreieck der Geldanlage (Sicherheit, Verfügbarkeit, Rendite) werden Vor- und Nachteile erörtert. Geht es in erster Linie darum, einen Notgroschen richtig anzulegen und somit Sicherheit und Verfügbarkeit einen gleichgroßen Stellenwert bei der Geldanlage einnehmen, sind laut Dirk Ulbricht inländische Geldmarktfonds zu empfehlen.

Wenn es um den langfristigen Vermögensaufbau geht, rät er zu breit gestreuten ETFs (Exchange Traded Funds). Rendite ohne Risiko sei schwer zu machen.

Floskeln der Finanzberatung richtig deuten

In einem Medienbeitrag gegenüber der dpa gibt Dirk Ulbricht Tipps zu Floskeln in der Finanzdienstleistungsbranche. Der Artikel ist in der Frankfurter Rundschau am 14.11.2018 erschienen.Sprüche in der Finanzdienstleistung,

Den Tipp, eine größere Geldanlage zu splitten und über einen längeren Zeitraum in Teilbeträgen zu investieren (Cost Average Effekt zu nutzen), um den Durchschnittskurs zu verbessern, hält Dirk Ulbricht vom institut für finanzdienstleistungen für „weit verbreiteten Unsinn“. Es bringt nachweislich keine wesentlichen Vorteile beim Vermögensaufbau. Auf lange Sicht sollte man daher alles sofort anlegen.

Kassensturz zum Weltspartag

In der Frankfurter Rundschau gibt Dirk Ulbricht Tipps zum Weltspartag. Sparen mache auch ohne Zinsen Sinn, wennSparschwein man sich eine Kapitalrücklage von 2-3 Monatsnettogehältern aufbauen möchte. Sichere und liquide Spareinlagen hätten auch in der Vergangenheit – berücksichtigt man die Preisentwicklung – meist eine negative Rendite ergeben. Die Suche nach einer Verbesserung von wenigen Promillepunkten mehr bei der Spareinlage hält er für unnötig, da lohne sich eher die Suche, nach einem günstiger U-Bahn Tarif. Da mit die Chancen für eine kurzfristige Zinswende höher sind, als ein Fortdauern der Niedrigzinsphase, lohne sich insbesondere bei dem niedrigen Zinsniveau keine längerfristige Spareineinlage, bspw. über ein Festgeld. Ulbricht empfiehlt vielmehr die regelmäßige Anlage in einen breit gestreuten Indexfonds, etwa den MSCI World. Den „richtigen“ Startpunkt dafür gebe es nicht. Aber, wer früher einsteigt, erhöht seine Renditechancen. Der vollständige Artikel findet sich hier.

Informationsbroschüre zur Immobilienrente

Das iff hat eine Broschüre zur Immobilienrente herausgebracht. Eine Immobilienrente ermöglicht es Wohneigentümern, den Vermögenswert der Immobilie in frei verfügbare Geldmittel zu überführen, ohne die eigenen vier Wände verkaufen und im Alter umziehen zu müssen. Zusätzliche Geldmittel können bspw. nötig werden, weil Instandhaltungskosten der Immobilie fällig werden, Kosten für ein Pflegeheim notwendig werden, die eigene Rente nicht
reicht oder weil man sich schlicht einen höheren Lebensstandard gönnen möchte.

Immobilienrenten sind so gut wie nicht reguliert und es gibt keine allgemein anerkannten vertraglichen Standards. Das bedeutet, dass sich Käufer und Verkäufer über jeden einzelnen Punkt des Vertrages – im Rahmen von Verhandlungen – einigen müssen. Das führt dazu, dass der Beratungsaufwand aufseiten der Verkäufer/Rentner enorm hoch ist. Hinzu kommt, dass es in Deutschland kaum neutrale Ansprechpartner mit Erfahrungen in beiden in diesem Zusammenhang notwendigen Kompetenzen, nämlich dem Immobilienverkauf auf der einen Seite und der Verrentung durch Verkauf oder Kredit auf der anderen Seite, gibt.
Wenn es um erste Informationen zum Produkt, den Chancen und Risiken, sowie zu Fragen bezüglich der Anbieter/
Vermittler geht, kann man sich an die Verbraucherzentralen wenden.

Für die weiteren Verhandlungsschritte, d.h. insbesondere die Bewertung der Immobilie und Vertragsgestaltung, sollte man sich unabhängigen Rat bei Immobiliensachverständigen, Anwälten oder Honorarberatern einholen. Diese Broschüre möchte Verbrauchern helfen, dabei die wesentlichen Fragen im Zusammenhang mit Immobilienrenten im Blick zu behalten. Allgemeingültige Empfehlungen gibt es zumeist nicht. Dort wo es möglich ist, werden entsprechende Hinweise aber gegeben.