Für das 1. Halbjahr 2026 wurden bundesweit 38 932 Verbraucherinsolvenzen gemeldet. Das bedeutet einen Anstieg von 2,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In NRW gab es unter anderem 10 322 Verbraucherinsolvenzen, deren Zahl um +10,1 % gestiegen ist. Im 1. Halbjahr 2025 waren es 9.374 Verfahren gewesen.
Der Fokus des neuen Sozialberichts NRW wurde gezielt auf die Themen Einkommen, Vermögen, Armut und Reichtum gelegt (Abschnitt II des Berichts). Zum Thema Überschuldung sind die Daten von Creditreform (2025), der Überschuldungsstatistik (2024) sowie der Insolvenzstatistik des Landes herangezogen (S. 67 ff.). Kommunen und Freie Wohlfahrt haben Raum für ein eigenes Kapitel bekommen (Abschnitt III).
Energiesperren betreffen eine wachsende Zahl an Verbraucher*innen. Ein Marktcheck des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt deutliche Preisunterschiede für die Sperrung und Entsperrung eines Strom- und Gasanschlusses. Die Untersuchung zeigt außerdem Defizite bei Transparenz und Vergleichbarkeit: So sind Preisblätter mitunter schwierig auffindbar oder Kostenpositionen werden uneinheitlich dargestellt. Für Verbraucher*innen kann dadurch unklar bleiben, welche tatsächlichen Kosten im Falle einer Sperre entstehen. Die Verbraucherschützer fordern präventive Schutzmechanismen und eine flächendeckende Stärkung der Verbraucherrechte bei Energiesperren. Quelle und weitere Infos:
Fahren ohne Ticket endet nicht selten im Gefängnis Wer in Deutschland wiederholt beim Fahren ohne Fahrschein erwischt wird, muss mit einer Geldstrafe wegen des „Erschleichens von Leistungen“ rechnen. Kann diese nicht gezahlt werden, folgt eine Ersatzfreiheitsstrafe. Jährlich müssen in Deutschland etwa 7.000 Personen eine Ersatzfreiheitsstrafe wegen des Fahrens ohne Fahrschein absitzen. Betroffen sind in den meisten Fällen armutsbetroffene Menschen in prekären Lebenssituationen wie etwa wohnungslose oder drogengebrauchende Menschen und Menschen mit psychischen Erkrankungen. Eine Inhaftierung führt in den meisten Fällen zu einer Verschlimmerung ihrer Situation. Die Initiative Freiheitsfonds setzt sich seit 2021 für eine Entkriminalisierung des Fahrens ohne Fahrschein ein und hat seitdem mit Hilfe von Spendengeldern mehr als 1288 Menschen aus dem Gefängnis freigekauft, die wegen Fahren ohne Ticket hinter Gittern waren. Die Diakonie machte im Rahmen des Freedom Day der Initiative…
Das Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH (ISG) befasst sich in der wissenschaftlichen Expertise: „Digitale Teilhabe von Armutsbetroffenen in NRW“ mit den Herausforderungen und Chancen, die Armutsbetroffenen in NRW in der digitalen Welt begegnen. Bedingungen digitaler Teilhabe werden systematisch analysiert und materielle Voraussetzungen wie Internetzugang und Endgeräteausstattung ebenso berücksichtigt wie digitale Kompetenzen und Anforderungen, die digitale Dienstleistungen insbesondere an Armutsbetroffene stellen. Außerdem werden vorhandene Ansätze zur Förderung der digitalen Teilhabe im Land NRW identifiziert. Quelle, weitere Infos und Ergebnisse: Wissenschaftliche Expertise „Digitale Teilhabe von Armutsbetroffenen in NRW“
Der Paritätische NRW hat die neue Broschüre „Selbstständig leben – Praktische Infos für junge Menschen“ veröffentlicht. Sie unterstützt junge Menschen mit verständlichen Informationen und praktischen Tipps auf dem Weg in ein selbstständiges Leben. Behandelt werden die sechs Themenbereiche Wohnen & Haushalt, Geld & Finanzen, Arbeit, Job & Zukunft, Gesundheit & Hilfe, Behörden, Anträge & Rechte sowie Social Media. Die Broschüre wurde gemeinsam mit jungen Menschen entwickelt. Download der Broschüre unter folgendem Link:
Nach aktuellen Daten des Landesbetriebs IT.NRW waren im Jahr 2025 rund 3,2 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen armutsgefährdet. Damit galten 17,8 Prozent der Bevölkerung als von relativer Einkommensarmut bedroht. Als armutsgefährdet wird demnach eingestuft, wer weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Haushaltseinkommens zur Verfügung hat. Für alleinlebende Personen lag diese Grenze 2025 bei einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 1317 Euro. Erwerbslose sind besonders stark von der Armutsgefährdung betroffen. Fast jede zweite erwerbslose Person lebte im Jahr 2025 unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle. Auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene waren überdurchschnittlich häufig betroffen. So lebte etwa jede vierte minderjährige Person in einem einkommensarmen Haushalt. Regional zeigten sich deutliche Unterschiede innerhalb Nordrhein-Westfalens. Die höchste Armutsgefährdungsquote wurde mit 20,9 % in der Region Dortmund festgestellt, während die Region…
Das Schuldnerberatungsdienstegesetz (SchuBerDG) sollte den Zugang zu unabhängigen Schuldnerberatungsdiensten bundesweit verbindlicher regeln. Anlass ist die Umsetzung der EU‑Verbraucherkreditrichtlinie 2023/2225, die für Menschen mit bestehenden oder drohenden finanziellen Schwierigkeiten einen Zugang zu unabhängiger Beratung vorsieht. Der Gesetzentwurf sah insbesondere vor, dass die Länder ein flächendeckendes Angebot sicherstellen und Schuldnerberatung in der Regel kostenfrei zugänglich ist. Zudem sollten unabhängige, nicht‑kommerzielle Beratungsstrukturen gestärkt werden. Für die Praxis entscheidend ist jedoch: Das Gesetz ist vorerst gestoppt. Zwar hatte der Bundestag das SchuBerDG im November 2025 verabschiedet, der Bundesrat verweigerte am 8. Mai 2026 die Zustimmung. Die Bundesregierung hat daraufhin den Vermittlungsausschuss angerufen; das Verfahren ist damit politisch weiter offen. Fachlich ist damit zwar ein wichtiges Signal gesetzt: Schuldnerberatung gehört als unabhängiges…
Angesichts steigender Überschuldung will NRW-Justizminister Limbach das Privatinsolvenzverfahren deutlich entbürokratisieren. Weniger Formulare, ein vereinfachter Zugang und standardisierte Abläufe sollen mehr Betroffenen den Weg zur Entschuldung erleichtern. Auch die Beteiligung der Gläubiger soll vereinfacht werden. Weitere Details im vollständigen Artikel. NRW-Justizminister Limbach plant Vereinfachungen
Wenn Verbraucher/-innen von E.ON zu einem anderen Stromanbieter wechseln, müssen sie immer wieder länger als gesetzlich vorgeschrieben auf die Schlussrechnung warten. Das zeigen fortwährende Beschwerden, die bei der Verbraucherzentrale eingehen. Nun sieht ein Vergleich zwischen Verbraucherzentrale und E.ON klare Fristen und Erstattungen vor. Quelle und weitere Infos: E.ON-Kunden erhalten Erstattungen für verspätete Strom-Schlussrechnungen | Verbraucherzentrale Bundesverband