Instant Lending: Der Blitzkredit als Schuldenfalle

In einem Artikel des Handesblattes erläutert Institutsdirektor Dirk Ulbricht die Gefahren bei zu einfacher, automatisierter und dadurch blitzschneller Kreditvergabe, genannt Blitzkredit oder Instant Lending. Die Direktbank ING wird ein solches Produkt im Sommer herausbringen. Hierbei wird der Kreditantrag innerhalb von Sekunden geprüft. Zwischen der Antragstellung und dem Auszahlen liegen nur Minuten. Die Höhe des Kredites kann hierbei zwischen 5.000 und 65.000 Euro betragen, das Vorlegen von Einkommensnachweisen ist nicht nötig. Es erfolgt lediglich eine automatisierte Prüfung des Gehaltskontos und eine Video-Legitimation. Unter anderem bietet auch die Teambank („Easycredit“) Kredite an, die „grundsätzlich in wenigen Sekunden“ zu erhalten sind. Durch einen Blick aufs Konto läuft die Kreditentscheidung automatisch ab. Bekommt man eine Zusage, landet man ebenfalls bei der Video-Legitimation und der darauffolgenden digitalen Signatur. Durch die Kombination von Passwort und einem Sicherheitscode per SMS kann der Kunde den Vertrag digital bestätigen. Spätestens im Herbst soll ebenfalls Instant Payment eingeführt werden.

Aus Verbraucherschutzsicht sieht Dirk Ulbricht diese Verfahren als „hochproblematisch“ an. Dem Verbraucher drohe so leicht eine Überschuldung, gerade jungen Bankkunden. Je schneller der Prozess wird, wird er auch zunehmend gefährlicher. Er sagt: „Junge Leute kennen aus ihrer Lebenswirklichkeit nur den anhaltenden Aufschwung der vergangenen zehn Jahre. Kommt es, wie zu erwarten ist, schon bald zur Rezession, wären sie von Jobverlusten erfahrungsgemäß überproportional betroffen. Unsere Untersuchungen zeigen: Die Kunden, die einen Privatkredit besonders wollen, sollten ihn oft am wenigsten bekommen.“ Die Banken wären die großen Gewinner, da sie oftmals durch Umschuldung und den Verkauf von Restschuldversicherungen gut verdienen.

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In die Schuldenfalle durch Kreditaufnahme, oft aufgrund fehlender Beratung

 

In einem Artikel der dpa erläutert Dirk Ulbricht vom iff, wieso selbst ein kleiner Kreditaufnahmen zur Überschuldung führen können. Vor allem durch fehlende Beratung seitens der Kreditgeber, Information nur mit Halbwahrheiten und intransparente Kreditbedingungen können Verbrauchen schnell unverschuldet in die Schuldenfalle getrieben werden. Lockangebote mit vermeintlich niedrigen Zinsen sich schnell als Ballonfinanzierung entpuppen, die günstigere Raten als ein üblicher Kredit versprechen, wo jedoch nach der Laufzeit noch eine relativ hohe Restschuld aussteht, die der Kunde auf einen Schlag tilgen muss. Dieses Vorgehen ist bspw. bei Autofinanzierungen besonders beliebt. Risiken wie etwa ein Unfall oder der Wertverlust durch die Nutzung des Autos werden meist nicht mal angesprochen. Häufig entstehen dann noch zusätzliche, unvorhergesehene Kosten durch zusätzliche Verträge wie Restschuldversicherungen, Lebens- oder Unfallversicherungen etc., die z.T. nicht abwählbar und Bedingung für die Kreditaufnahme sind. Dabei fällt jedoch die komplette Versicherungsprämie gleich zu Beginn an. Regelmäßig wird diese auch zusätzlich zur Darlehenssumme finanziert. Diese Kosten müssen von der Bank aber nicht in den Effektivzins eingerechnet werden, sofern der Abschluss „freiwillig“ war. Daher geben sich die Versicherer viel Mühe, die Vertragsunterlagen möglichst komplex und undurchsichtig zu gestalten. So stellen die Kreditnehmer viel zu spät fest, wieviel Schuldsumme sie tatsächlich abzuzahlen haben. Besonders die beliebten Null-Prozent-Finanzierungen und Darlehen mit niedrigeren Schuldsummen werden so oft ein Einstieg in die Schuldenspirale. Wenn die Raten nicht mehr getilgt werden können, kommt oft nur noch eine Umschuldunge oder Aufstockung des Kredites in Frage, die Banken auch aktiv fördern, z.T. durch regelmäßige Angebote an die Kunden herantreten und so den Schuldzeitraum verlängern und die Schuld erhöhen. Man redet hier von sogenannten Kettenkrediten und bittet meist erneute teure Restschuldversicherungen an.

Lesen Sie den gesamten Artikel im Weser-Kurier oder auf Merkur.de.

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Dirk Ulbricht gibt Tipps in der Welt zur Vermeidung einer Überschuldung

Dirk Ulbricht, Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen, gibt in der Welt vom 15.04.2019 in der Rubrik Finanzen Kompakt Tipps zur Vermeidung von Überschuldung. Wer seine erste Finanzierung bei Händlern abschließt, erhöht das Risiko in eine Schuldenspirale zu geraten. Die mentale Hürde zur Bereitschaft sich zu verschulden sinkt so und führt zu einer erhöhten Risikobereitschaft weitere Darlehen bei Banken aufzunehmen. „Oft stellen die Kreditnehmer viel zu spät fest, dass sie zu viele Schulden aufgenommen haben“, sagt Dirk Ulbricht und rät „Wer ein Darlehen haben möchte, muss vorher selbst durchrechnen, welche Raten und welche Kreditsumme er sich leisten kann. Denn der Berater wird es nicht tun.“ Ulbricht empfiehlt vorsorglich, einen Notgroschen in Höhe von zwei bis drei Gehältern anzusparen, um zu verhindern, in eine Schuldenfalle zu geraten.

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Kritik von Dirk Ulbricht an Crowdinvesting bei Anhörung im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages

Bei der öffentliche Anhörung zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung „Entwurf eines Gesetzes zur weiteren Ausführung der EU-Prospektverordnung und zur Änderung von Finanzmarktgesetzen“ am 08.04.2019 im Finanzausschuss des Bundestages äußerte sich der Direktor des iff, Dr. Dirk Ulbrichtt kritisch zu Crowdinvesting. Es sei riskant, dass sich dabei hauptsächlich auf die ohnehin überhitzte Immobilienbranche konzentriert werde, anstatt neue Unternehmensideen zu finanzieren.

Hier finden Sie die gesamte Stellungnahme.

Dirk Ulbricht merkt darin kritisch an, dass eben jene Teile von Immobilienprojekten an Privatanleger verkauft werden, die von professionellen Investoren aufgrund ihrer Risiken gemieden würden.

Auf der Seite FONDS professional finden Sie ein Artikel dazu.

 

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Crowdfunding – riskant und ohne klaren Zweck

In der gestrigen Finanzausschusssitzung wurden Experten zu Änderungsbedarf des gesetzlichen Rahmens für Crowdinvesting gehört. Zwei davon erläutern, warum sie eine weitere Lockerung des Verbraucherschutzes ablehnen.

Von Peter Mattil und Dirk Ulbricht

Die gesetzlichen Regelungen bezüglich Crowdinvesting sollen geändert werden. Dazu wurden am Montag, den 9.4.2019 Sachverständige vom Finanzausschuss gehört. Zwei davon, RA Dr. Peter Mattil und Dr. Dirk Ulbricht begründen im Folgenden, warum sie eine weitere Lockerung des Verbraucherschutzes ablehnen. Crowdfunding fördert nur in den seltensten Fällen innovative Geschäftsideen. Häufig werden stattdessen spekulative Anlagen als vermeintlich sichere und hoch rentierliche Immobilienanlagen verkauft. Irrsinnigerweise sind auch Informationen für Anleger ausschließlich Englisch möglich. Das erhöht unnötigerweise die Kosten im Streitfall und schafft zusätzlich Unsicherheit. Insgesamt bleibt aber auch festzustellen: Statt sich mit dieser Nischenbranche zu beschäftigen, besteht weitaus größerer Handlungsbedarf hinsichtlich einer deutlich häufigeren Ausnahmeregelung im Bankenbereich. Dort werden hoch riskante Bankpapiere ohne erkennbaren Grund von der Prospektpflicht ausgenommen.

Die Ziele und Zugang

Beim Crowdfunding sammeln Projektentwickler einfach und schnell ohne Vermittler Geld für Ihre Ideen über Internetplattformen. Das soll insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und Start-Ups mit innovativen Ideen fördern helfen. Sie werden als Keimzelle der wirtschaftlichen und technologischen Transformation angesehen. Dort sollen die europäischen Unicorns, d.h. Technologieunternehmen mit einem Marktwert von mehr als einer Milliarde, entstehen.

Was soll geschehen

Die Prospekthaftpflicht soll reformiert werden. Die deutsche Crowdfunding Entwicklung geht der Branche nicht schnell genug. Unsinnige gesetzliche Hürden und Beschränkungen stünden im Wege. Um das zu ändern sollen die Höchstanlage für Einzelanlagen von derzeit 1.000 Euro und bei Selbstauskunft auf 10.000 Euro erhöht werden. Damit sollen mehr Mittel von Verbrauchern eingeworben werden können.

Anlageprospekte

Außerdem soll es einfacher werden, ohne die Erstellung eines teuren Prospektes nach Wertpapierhandelsgesetz Crowdfunding Anlagen anzubieten. Dazu soll die Ausnahmeregelung, die derzeit für Crowdfunding-Projekte herrscht, von 2,5 Mio. Emissionsvolumen auf bis zu 8 Mio. Euro angehoben werden. Statt des Prospekts soll eine kurze Wertpapierinformationsbroschüre (WIB) als Grundlage für die Information der Anleger dienen.

Der Anleger soll auch Anteilseigner seien dürfen

Schließlich soll Crowdfunding auch als Anteilseigener und nicht nur in Form eines (partiarischen) Darlehens möglich sein. So wird verhindert, dass der Investor vollständig an den Gewinnen teilnehmen kann. Das ist ohnehin eine deutsche und, von der deutschen Lösung geprägte, österreichische Sonderlocke.

Crowdfunding ist nicht schützenswert

Tatsächlich aber ist die Branche gerade dabei, Geld für den bereits stark überhitzten Immobilienmarkt einzusammeln. Laut der 2017 erschienen Evaluierung der Bundesregierung gehen 2/3 der Anlagen in diesen Bereich. Geld, das riskant angelegt ist. Der Immobilienmarkt gilt nicht nur der Bundesbank als überhitzt. Zudem ist die Rechtsform, die am häufigsten zum Einsatz kommt, das Nachrangdarlehen, denkbar schlecht. Im Falle einer Insolvenz werden die Besitzer die Crowdfunding Anleger erst nach allen anderen Gläubigern bedient. Da bleibt wahrscheinlich nicht viel übrig. Zudem haben sie kaum ein Mitsprache- und Informationsrecht.

Niemand braucht diese Branche

In der jetzigen Gestalt ist die Branche unnötig. Auch in den USA, dem Heimatland der Unicorns ist kaum eines dieser Tiere durch Crowdfunding entstanden. Die Mär, dass es lediglich an der „künstlichen“ Hürde von 2,5 Mio. Euro liegt, bis zu der ein teurer Prospekt vermieden werden kann, ist Quatsch. Zum einen zeigt auch hier besagte Evaluation, dass kaum ein Projekt sich an dieser Grenze befindet. Zum anderen ist auch nicht klar, welche besonderen, bisher nicht erfüllten Investitionsmöglichkeiten erschlossen werden sollten. Ist es doch so, dass sie klein, aber nicht zu klein, groß aber nicht zu groß für die Prospektpflicht sein müssen.

Aus Anlegersicht besteht ein erhebliches Potential für Irreführung

Ein großer Teil der Branche zielt auf Immobilienprojekte ab. Dabei gilt aber mitnichten, dass es sich um eine solide Anlage in Grund und Boden handelt. Schließlich werden die Anleger eben gerade keine Grundstücksbesitzer, sondern leihen lediglich Gelder für andere, die darin investieren. Diese und nicht die Anleger haben die Sicherheit über die Immobilen. Leicht kann man aber auf den Gedanken kommen, wenn man auf die Seiten schaut. Ein beredtes Beispiel dafür ist Zinsland.de. Dass es bisher nur zu einem Ausfall gekommen ist, ist nur ein bescheidenes Trostpflaster. Bei dem Immobilienmarkt wäre alles andere eine Überraschung. Man mag sich nicht vorstellen, wie groß das Geschrei ist, wenn es in die andere Richtung geht. Und auch hier gilt für den Markt: Was hoch fliegt, kann auch tief fallen.

Rechtsformänderungen machen das eigentliche Problem klar

Warum sollte man nun auch die Rechtsformen öffnen, damit die Anleger auch als Gesellschafter einsteigen können? Dafür gibt es bereits mit gutem Grund hohe Hürden. So muss man, um Gesellschafter einer GmbH zu werden, eben mit gutem Grund beim Notar vorbeischauen. Der klärt einen dann darüber auf, dass es eben nicht so leicht ist, wieder an sein Geld zu kommen. Die GmbH ist nicht für zahlreiche anonyme Anleger geeignet. Dafür gibt es ja die Aktien. Wenn nun der Crowdfunding-Verband fordert, die Informationspflichten und ähnliches zu lockern, gleichzeitig aber die GmbH als Rechtsform für Crowdfunding-Produkte zu zulassen, ist das falsch. Auch wenn es verständlich ist, die eierlegende Wollmilchsau zu fordern. Träumen tun wir alle ab und an.

Es gibt weitaus genug Produkte, über die man Reden muss

Derzeit gibt es bereits genug Produkte, über die man dringend reden muss. Das WPPG und die EU-Prospektverordnung erlauben den Banken, sogenannte Nichtdividendenwerte bis 75 Mio. € jährlich Prospektfrei zu emittieren. Hinter dem Begriff Nichtdividendenwerte verbergen sich alle spekulativen Wertpapiere, wie z.B. Optionsscheine, Genussscheine,  Zertifikate (Berüchtigt: Knock-out, CoCo Bonds, Lehman), die noch immer an Verbraucher im großen Stil verkauft werden.

Warum genießen Banken eine Prospektausnahme für Zockerpapiere?

Warum die Banken ausgerechnet für diese Zockerpapiere eine Prospektausnahme genießen, ist ein Rätsel. Hier muss man nicht nur über eine Prospektpflicht nachdenken, sondern ein Verbot des Verkaufs riskanter Wertpapiere ohne Garantieschutz an Verbraucher. Obwohl auch Garantieprodukte oft nicht halten, was sie versprechen. Da kommen Ausreden, Relativierungen, …

Die Sprachregelung ist zu kritisieren

Die Sprachregelung in der EU-Prospektverordnung ist ebenfalls scharf zu kritisieren. Ein Emittent aus Luxemburg beispielsweise darf den Prospekt in Englisch oder sogar französisch verfassen, wenn er ihn in Deutschland verwendet. Will der Anleger nach einem Verlust klagen, muss er den Prospekt auf eigene Kosten übersetzen lassen. 15000-20000 € für eine Übersetzung sind einzuplanen und der Emittent wird dann vermutlich die Richtigkeit der Übersetzung bestreiten. Der Emittent ist verantwortlich für seinen Prospekt, also auch die Lesbarkeit. Binnenmarkt vor Verbraucherschutz, das darf nicht sein.

Sogenannte Nichtdividenden-Papiere, die von Kreditinstituten angeboten werden, dürfen bis zum Emissionsvolumen von 75 Mio. (!) ohne Prospekt vertrieben werden. Dass es nur an „qualifizierte“ Anleger gehen darf, steht bislang wohl eher auf dem Papier. Diese Produkte, Genussscheine oder Coco-Bonds werden in großer Stückzahl angeboten.

Fazit: Alles lassen, wie es ist

Konkret zu Crowdinvesting gesagt: Es gibt keinen Grund, irgendetwas an den derzeitigen Regelungen zu ändern. Sie haben sich bewährt und Verbraucher haben auch schon so zu viele hochriskante, komplizierte Produkte zur Auswahl, von denen sie die Finger lassen sollten.

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Verleihung „Versicherungskäse 2019“ des BdV erstmals mit Dirk Ulbricht in der Jury

Auch in diesem Jahr verleiht der BdV auf seiner 29. Wissenschaftstagung am 12. April 2019 wieder den Versicherungskäse des Jahres. Der Negativpreis ist inzwischen weit über die Grenzen der Versicherungsbranche bekannt und zeichnet das schlechteste Versicherungsprodukt des Jahres aus um auf Misstände der Branche hinzuweisen. Die drei nominierten Produkte, die aus über 20 eingesendeten Vorschlägen von Verbrauchern, Experten und Journalisten in diesem Jahr ausgewählt wurden heißen:

  • „Prosperity – WohlstandsVorsorge“ – ein Produkt der Liechtenstein Life Assurance AG
  • „Vorsorgekomponente V“ – ein Produkt der Allianz Private Krankenversicherungs-AG
  • „Wetter Bonus“ – ein Produkt der Cardif Allgemeine Versicherung

 

Über den Preisträger entscheidet eine Jury aus vier Verbraucherschützern: Kerstin Becker-Eiselen (Verbraucherzentrale Hamburg), Edda Castelló (Juristin und Verbraucherschützerin), Lars Gatschke (Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.), Barbara Sternberger-Frey (Redaktionsbüro Sternberger-Frey) und erstmals auch Dr. Dirk Ulbricht (Direktor und Senior Researcher am institut für finanzdienstleistungen e.V.).

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Auxmoney and friends – Kredite für alle und jeder darf eine Bank sein?

Crowdlending Platformen bringen Geldgeber und Kreditnehmer ohne Banken zusammen. Was sich gut anhört, ist für keinen von beiden wirklich ratsam.

Neue Anlage- und Kreditchancen, potenziell bessere Konditionen und Bequemlichkeit

Es hört sich erst einmal gut an. Endlich fallen die trägen Banken als Mittler zwischen anlagesuchenden Kapitalgebern und Kreditsuchenden weg. Die Abwicklung ist digital, dementsprechend wenig Verwaltungskosten fallen an. Damit bleibt mehr für beide Seiten: Kreditnehmer und Kreditgeber. Den Kredit kann man sich bequem vom heimischen Sofa aus beantragen und lukrative Investitionsprojekte oder Kreditgesuche als Anlage raussuchen. Für Menschen, die bei Banken keine Chance auf einen Kredit haben, ergeben sich hier plötzlich neue Möglichkeiten. Sie können sich ihre Wünsche erfüllen bzw. ihre Projekte umsetzen. Selbstständige und Menschen mit befristeten Arbeitsverträgen erhalten eine Chance auf einen Kredit.

Schnelle Kreditvergabe erhöht Überschuldungsrisiko

Zu einer nachhaltigen Kreditvergabe gehört aber mehr. Das hat das iff zuletzt in der Studie Faire Kreditvergabe[1] in Deutschland ausführlich dargestellt. Wesentlich ist die Erfassung der Einnahmen und Ausgaben, um den frei verfügbaren Betrag je Monat festzustellen, der für die Kreditraten zur Verfügung steht. Risiken, wie das Ende einer befristeten Tätigkeit, eine Einkommenseinbuße aufgrund der Geburt eines Kindes oder eines Pflegefalls in der Familie, sind ebenfalls zu berücksichtigen. Wer schnell und unüberlegt einen Kredit aufnehmen kann, ohne dass diese Dinge besprochen werden, für den erhöht sich das Überschuldungsrisiko enorm. „Wer schnell handelt, macht auch schnell Fehler“, warnt Dirk Ulbricht in einem aktuellen Artikel in der Süddeutschen.

Überschuldung ist stigmatisiert, in Notlagen wird auf den mündigen Bürger kein Verlass

Wer glaubt, dass es ja schließlich mündige Bürger sind, die man in ihren Entscheidungen durchaus ernst nehmen muss, hat grundsätzlich Recht. Diese Sicht verkennt aber gerade in kritischen Lebenslagen die Situation. Ist ein Bürger kurz vor der Überschuldung, wird er lieber noch einmal nach dem rettenden Strohhalm einer Kreditmöglichkeit greifen als die Konsequenzen einer Überschuldung und Privatinsolvenz zu akzeptieren. Überschuldung ist in Deutschland stigmatisiert. Oft heißt es: Wer überschuldet ist, hat sein Leben nicht im Griff und gilt als selbst Schuld an seiner Misere. Vielfach wird Überschuldung als persönliches Versagen angesehen, dass vor allem auf mangelnde Selbstbeherrschung beim Konsum in Verbindung gebracht wird. Den Betroffenen wird so eine Möglichkeit eröffnet, ihre Überschuldung künstlich hinauszuzögern.

Überschuldungsauslöser sind Schicksalsschläge

Tatsächlich ist Überschuldung meist eine Folge von persönlichen Schicksalsschlägen wie Krankheit, Scheidung, Arbeitslosigkeit oder schlicht Folge eines ohnehin niedrigen Einkommens. Das zeigt auch regelmäßig der Überschuldungsreport[2] des iff. Unkontrollierter Konsum ist tatsächlich einer der nachrangigen Faktoren.

Das Risiko übernimmt der schlecht vorbereitete Anleger

Das Risiko, dass diese Rechnung nicht aufgeht, übernimmt bei Crowdlending letztlich der Anleger. Diesem werden zwar bei Auxmoney Risikoscores zur Verfügung gestellt. Auxmoney basiert diese Scores auf Faktoren, wie der Anzahl der Rechtsschreibfehler im Kreditantrag der potentiellen Kreditnehmer. Das ist clever und hilfreich. Die Scores können und dürfen aber kein Kreditgespräch ersetzen. In einem solchen Gespräch würde ein Kreditexperte nämlich die möglichen Risiken mit dem Kunden abklopfen. Das ist nicht, wie Auxmoney das auf der Internetseite sagt, eine langweiliges bzw. nutzloses Unterfangen. Den Kunden sind viele Risiken gar nicht bewusst, sie können nur auf persönliche Erfahrungen zurückgreifen. Die Bank hat da einen größeren Erfahrungsschatz. Letztlich wird das Ausfallrisiko schließlich von den gleichermaßen unerfahrenen Investoren übernommen.

 

 

 

[1] https://www.iff-hamburg.de/2019/02/14/markttest-ratenkredit/

[2] https://www.iff-ueberschuldungsreport.de/

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Stellungnahme „Entwurf eines Gesetzes zur weiteren Ausführung der EU-Prospektverordnung und zur Änderung von Finanzmarktgesetzen“

Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung am 8. April 2019 im Bundestag

Von Dr. Dirk Ulbricht[1]

Zusammenfassung: Der Anlegerschutz sollte bei Crowdinvesting eher weiter ausgebaut als zurückgefahren werden. Es ist aufgrund des Risikos mit Blick auf den Verbraucherschutz nicht nachvollziehbar, warum die Schwelle für die Prospektpflicht für kleinere Projekte angehoben, die Obergrenze für die Investition eines privaten Anlegers über ein Crowdinvesting-Portal pro Emittent bei 10.000 Euro angehoben oder das Angebot auf GmbH Anteile ausgeweitet werden sollte.

Crowdinvesting ist riskant, konzentriert sich auf die ohnehin überhitze Immobilienbranche anstatt neue Unternehmensideen zu finanzieren, und beinhaltet in der Regel erhebliche Nachteile für Verbraucher. Diejenigen Verbraucher, für die vernünftigerweise eine Anlage in ein solches Produkt noch denkbar wäre haben bessere Alternativen. Diejenigen, die sich aufgrund der vermeintlich sicheren Anlage in Beton angesprochen fühlen, sollten sich lieber an weniger riskante, langfristige Alternative wie breit gestreute ETFs halten.[2]

A.          Crowdinvesting – Immobilienanlage für jedermann?

Am Ende einer konjunkturellen Aufschwungsphase werden auch Verbraucher unvorsichtig. In dem Glauben, dass die einmal eingeschlagenen Trends sich endlos fortsetzen, lassen sie die Risiken außer Acht. Der Immobilienmarkt boomt, nicht zuletzt mangels alternativer risikoarmer Anlagen wird versucht, in vermeintlich sichere Immobilien zu investieren. Wo das nicht über ein Eigenheim möglich ist, besteht nun neben Fonds auch die Möglichkeit sich mit Crowdinvesting auf moderne Art an Immobilienprojekten zu beteiligen. Da dies über online Plattformen fast direkt mit dem Fundraiser stattfindet, beteiligt man sich so nun auch richtig an den möglichen Gewinnen.

B.           Anleger wiegen sich in falscher Sicherheit

Das stimmt nicht. In der Regel dürften dort die Teile von Immobilienprojekten verkauft werden, die von professionellen Anbietern aufgrund ihrer Risiken nicht übernommen werden. Dort kommen eben nicht die Filetstücke ins Angebot. Dass Vorsicht geboten ist, sieht man auch vereinzelt schon an gescheiterten Projekten. Bisher sind bereits – trotz überaus günstigem Marktumfeld im Immobiliensektor – 10 Prozent der Projekte ausgefallen.

C.           Die rechtlichen Nachteile sind vielen Anlegern nicht klar

Was viele Anleger nicht wissen – die Anlage hat mit einer Immobilie direkt wenig zu tun – sie werden Anteilseigner bei der Finanzierung und das, ohne wesentliche Mitspracherechte zu haben. Bei der Immobilienfinanzierung handelt es sich meist um Nachrangdarlehen, die bei einer Insolvenz gegenüber anderen Krediten zurückstehen.[3] Bei einer Pleite gehen die Anleger in der Regel leer aus.

D.          Für diejenigen, für die Crowdfunding tatsächlich in Frage kommt, gibt es bessere Alternativen

Wie muss ein Anleger vernünftigerweise beschaffen sein? Es kommen nur Personen in Frage, die auch einen Totalausfall bzw. Nachschuss verkraften können. D.h., entweder bereits Menschen mit verhältnismäßig hohem Einkommen oder Vermögen. Gerade diese Personen haben aber auch die Möglichkeit, besser Anlageformen zu finden.

E.           Die Übrigen sollten ihre knappen finanziellen Ressourcen besser Nutzen – sonst zahlt am Ende der Staat.

Die Übrigen sollten ihre knappen finanziellen Ressourcen dafür verwenden, ihre Risiken wie Berufsunfähigkeit abzusichern bzw. ihre Altersvorsorge zu bedienen. Investieren sie hingegen in Crowdinvesting, tragen langfristig die öffentlichen Haushalte die Folgen der mangelhaften finanziellen Grundvorsorge. Zu diesem Zweck sind nämlich Crowdinvestingangebote sicher nicht geeignet.

F.           Neue unternehmerische Ideen werden kaum gefördert

Da Immobilieninvestments den Großteil der Crowdfunding Möglichkeiten ausmachen, ist auch nicht von einem zusätzlichen direkten Schub für die Wirtschaft auszugehen. D.h., eine Investitionssteigerung in Zukunftsbereiche dürfte eher die Ausnahme bleiben.

[1] Dr. Dirk Ulbricht ist Direktor und Senior Researcher am institut für finanzdienstleistungen e.V. (iff). Er beschäftigt sich mit Finanzdienstleistung und hat dabei einen Fokus auf finanziell verwundbare Verbraucher. Er ist Projektleiter des jährlich erscheinenden Überschuldungsreports, der die Lage überschuldeter Menschen in Deutschland wissenschaftlich analysiert. Er ist Mitglied des Financial Innovation Standing Committee – CWG der ESMA und der Insurance & Reinsurance Stakeholder Group – IRSG der EIOPA. Dirk Ulbricht hat am ifo Institut für Wirtschaftsforschung und der Ludwigs-Maximilians-Universität in München promoviert und am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung unter anderem zur Konjunkturanalyse, Immobilienmärkten und privater Altersvorsorge geforscht. Er hat bei der Allianz als Führungskraft im Innen- und Außendienst gearbeitet. E-Mail: dirk.ulbricht@iff-hamburg.de.

[2] Ein Exchange Traded Fund (ETF) ist eine passiv gemanagtes Investitionsportfolio dessen Zusammensetzung sich an bestehenden Indizes orientiert und, insofern ein breit aufgestellter Referenzindex gewählt wird, eine kostengünstige Anlage mit einem guten Chance-Risiko-Verhältnis bietet.

[3] https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/2017/05/Inhalte/Kapitel-3-Analysen/3-4-Evaluierung-Befreiungsvorschriften-Vermoegensanlagengesetz.html.

 

Lesen Sie hier die ganze Stellungnahme: Prospekthaftpflicht Dirk Ulbricht iff 2019-04-03

 

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Die Story im Ersten: Milliardengeschäft Inkasso

Eine neue Doku von Michael Richter zu Inkasso

Vor gut einem Jahr wurde die iff Studie zur Evaluation des Inkassogesetzes veröffentlicht. Grimme Preis Träger Michael Richter hatte bereits im letzten Jahr über die Inkassobranche und die Evaluation berichtet. Heute Abend um 22:45 wird nun eine weitere Dokumentation über die Branche, „Die Story im Ersten: Milliardengeschäft Inkasso„, in der das Geschäftsmodell der Branche näher beleuchtet wird, ausgestrahlt. Nach Informationen des Branchenverbandes Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V (BDIU) wird mit Inkasso jährlich über 5 Milliarden Umsatz erzielt. Unter anderem kommt hier Dirk Ulbricht, Leiter des iff und Co-Autor der Evaluation des Inkassogesetzes zu Wort.

Worum geht es?

Die Branche steht wegen hoher Kosten, die sie von den Schuldnern aufnimmt bereits seit längerem in der Kritik. Eine Gesetzesänderung, die einen Kostendeckel bewirken sollte, hat tatsächlich zu einer regelmäßigen Ausweitung der Kosten bis hin zu dieser Grenze bewirkt. Auch einfache Anschreiben können so bei Kleinstbeträgen zu Kosten von 70 Euro führen. Auch wird scheinbar immer noch mit Strafanzeigen und ähnlichem gedroht, ohne, dass das tatsächlich so ohne weiteres möglich wäre. Die Schuldner, die häufig wegen kleinerer Beträge nicht zu Ihrem Anwalt gehen möchten, zahlen lieber.

Zweite Ernte

Zudem wird festgestellt, dass es zu Doppelbeauftragungen kommt. Statt lediglich entweder einen Anwalt oder ein Inkassounternehmen zu beauftragen, wird häufig effektiv von beiden Möglichkeiten Gebrauch gemacht. Das verursacht zusätzliche Kosten, ohne, dass damit die Rückzahlungsquote nennenswert verbessert wird. Kritisch ist das vor allem dann zu sehen, wenn die Firmen nicht mehr selber mahnen, sondern diese Aufgabe an externe aber zur Unternehmensgruppe gehörende Inkassounternehmen abgeben. Dann können nicht nur die geringen Aufwände des Inhouse-Inkasso geltend gemacht werden, sondern die deutlich höheren Kosten des „externen“ Inkassounternehmens geltend gemacht werden. So kann Mahnen ein ertragreiches Geschäft werden.

Weitere Informationen finden sich auch bei Inkassowatch.

 

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MiFID II: Gute Beratung in Breite ist Illusion, der Bürgerfonds würde helfen

MiFID II Evaluation steht an, Zeit für einen kritischen Blick

MiFID II[1] ist das Kürzel für die Überarbeitung der 2007 verabschiedeten Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente [2]. MiFID II wurde am 3. Januar 2018 wirksam. Nun, ein Jahr später, bittet das Bundesministerium der Finanzen (BMF) Finanzinstitute, Marktbetreiber und Emittenten, aber auch Anleger um einen Bericht über ihre Erfahrungen damit[3]. Das BMF möchte auf dieser Grundlage gemäß des Koalitionsvertrags den Änderungsbedarf identifizieren.

Stattdessen sollte die Bundesregierung lieber einen Richtungswechsel hin zu einem nachhaltigen Ansatz bei der Anlage anstreben. Ein zentrales Element, die Geeignetheit, macht in der aktuellen Form keinen Sinn. Es gibt kein gutes Produkt für eine Gruppe von Verbrauchern. Da muss man schon genauer hinschauen, was in der Breite unrealistisch ist. Ein Basisprodukt wie der Bürgerfonds muss her[4].

Die Lehman-Oma darf sich nicht wiederholen

Ein wichtiges Ziel der MiFID II ist, dass das angebotene Produkt zum Kunden passt. Die Lehman-Oma sollte es nicht mehr geben. D.h., es sollte nie wieder vorkommen, dass insbesondere Kleinanleger hochriskante Produkte kaufen, die sie um ihr Erspartes bringen. Mit MiFID II muss der Anbieter einen Zielmarkt bestimmen und im Rahmen der Geeignetheitsprüfung dokumentieren, dass das Produkt zum Anleger passt. Das hört sich gut an, greift aber zu kurz.

Ein gründliches Finanzkonzept sollte eher über die Geeignetheit entscheiden

Das entscheidende an der Geeignetheit eines Produktes ist, dass es in ein gründlich erarbeitetes Finanzkonzept für den jeweiligen Anleger passt. So kann ein Portfolio, dass ausschließlich aus sicheren Anlageinstrumenten besteht, durchaus riskantere, aber auch renditestärkere Elemente vertragen. Die Geeignetheit für das jeweilig Portfolio, nicht für eine generische Anlegergruppe, sollte im Vordergrund stehen.

Lebenssituation und die Risiken müssen beachtet werden

Geht man eine Ebene tiefer, fängt die finanzielle Bestandsaufnahme bei der Einnahme- und Ausgabesituation an. Sie berücksichtigt einen finanziellen Puffer für unerwartete Ausgaben ebenso wie die Absicherung gegen Risiken und behält langfristige Entwicklungen wie die Geburt eines Kindes im Blick. Erst dann weiß man z.B., ob ein langer Anlagehorizont realistisch ist. Dieser ist für den Erfolg bestimmter Produkte, wie die immer weiter verbreiteten ETF, wesentlich.

Auch die MiFID Geeignetheit wurde bislang nicht erfüllt

Eine von der MiFID hergestellte (Teil-)-Geeignetheit ist vor diesem Hintergrund sogar schädlich. Sie suggeriert eine Sicherheit, die es tatsächlich nicht gibt. Ausgerechnet diese (Teil-)Geeignetheit wurde von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die die Umsetzung der Richtlinie überwacht, bei ihrer ersten Überprüfung Anfang letzten Jahres moniert. [5] Bei 89,6 Prozent der untersuchten Geeignetheitserklärungen fehlte ein qualitativer Abgleich der Eigenschaften des empfohlenen Finanzinstruments mit den genannten Kundenangaben.

Eine passende Beratung ist teuer, viele wollen den Preis nicht zahlen

Das Scheitern selbst dieser eingeschränkten Geeignetheitsprüfung zeigt: Eine gründliche Analyse der finanziellen Lage kostet Zeit und muss von gut ausgebildetem Personal durchgeführt werden, wenn sie erfolgreich sein soll. Für die Summen, die mit Kleinanlegern zu erwirtschaften sind, ist das nicht darstellbar. Unternehmen, die das anbieten, könnten sich aus Kostengründen vom Markt verabschieden. Das auch, da den Verbrauchern selbst der Wert einer gründlichen und unabhängigen Finanzberatung nicht klar zu sein scheint. Dort wo der Preis klar ausgewiesen wird, geht der Kunde selten hin. Die Honorarberatung führt so in Deutschland immer noch ein Schattendasein und bedient eher die vermögenderen bzw. einkommensstärkeren Verbraucher.

Ein staatliches Basisprodukt ist der Ausweg

Anstatt nun hinsichtlich der Geeignetheit nur an der Oberfläche zu kratzen, bietet sich ein anderer Ausweg an. Diejenigen, die sich nicht mit Anlagen beschäftigen wollen oder können, sollten ein sicheres und rentables Basisprodukt wie den Bürgerfonds nutzen können.[6] Dass das geht, zeigt sich nicht zuletzt in Schweden. Um auch hier nicht zu kurz zu greifen und die Risikovorsorge außen vor zu lassen, sollten die wesentlichen Grundrisiken, vor allem die Haftpflichtversicherung oder die Erwerbsminderung staatlicherseits im ausreichenden Maße abgedeckt werden.

Schutz für alle. Eigenverantwortliche Anlage für die, die es möchten

Wer möchte, sollte alle Möglichkeiten bekommen, sein Geld anzulegen und eigenverantwortlich handeln dürfen. Auf der anderen Seite sollten aber die Anleger, die sich nicht intensiv damit beschäftigen wollen oder können, den einfachen Zugang zu einer guten Anlagemöglichkeit erhalten.

[1] Markets in Financial Instruments Directive MiFID II, 2014/65/EU. Sie trat am 3.1.2018 zusammen mit der dazugehörigen Verordnung über Märkte für Finanzinstrumente (Markets in Financial Instruments Regulation, MiFIR, Verordnung (EU) Nr. 600/2014) in Kraft. Der Einfachheit halber wird im Folgenden nur von MiFID II die Rede sein.

[2] Markets in Financial Instruments Directive MiFID I, 2004/39/EG.

[3] https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Gesetzesvorhaben/Abteilungen/Abteilung_VII/19_Legislaturperiode/Konsultationen-zur-EU-Finanzmarktrichtlinie.htm

[4] https://www.iff-hamburg.de/2017/04/20/news-49133/

[5] https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/BaFinJournal/2018/bj_1805.html;jsessionid=8A64A512B6F7FD75573EDFC11A839F1B.1_cid298?nn=7846960

[6] https://www.iff-hamburg.de/2017/04/20/news-49133/

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