„Ein Mann ist keine Geldanlage“

In einem Artikel der Frankfurter Rundschau zum Thema Vermögensaufbau für Frauen spricht Dr. Sally Peters vom iff über zielgruppenorienterte Ansprache als Notwendigkeit in einer männerdomierten Welt der Finanzprodukte und Risiken mit unseriösen Vermittlern.

Vereinzelte Anbieter halten bereits seit Jahrzehnten spezielle Angebote für Frauen vor, diese erreichen aber derzeit nur einen Bruchteil der Frauen. Immer mehr Anbieter entdecken das Potenzial und die Notwendigkeit eines spezifischen Angebots für Frauen. Der Blick von Männer und Frauen auf Finanzen nicht grundsätzlich anders. Aber: Die Lebensrealitäten von Frauen und Männer unterscheiden sich (z.B. aufgrund gesellschaftlicher Vorstellungen) häufig noch. „Die Voraussetzungen bei Frauen in Bezug auf Einkommen und Bildung sind leider immer noch andere“, so Peters.

Die Entwicklung zielgruppengerechter Angebote ist grundsätzlich als sehr positiv zu beurteilen. Dennoch sollte immer aufmerksam geprüft werden, welche Interessen die jeweiligen Anbieter verfolgen.

 

 

 

 

 

 

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2019/10

Falsche Altersvorsorge führt Selbstständige in den Ruin

10. Schlaglicht der Überschuldung von Brigitte Ommeln, Finanzfachwirtin (FH) und Wirtschafts- und Unternehmensberaterin erschienen

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Das 10. Schlaglicht zur Überschuldung von Brigitte Ommeln in der Reihe des instituts für finanzdienstleistungen e.V. (iff) in Kooperation mit der Stiftung Deutschland im Plus beschäftigt sich mit der Altersabsicherung Selbstständiger. Ommeln stellt dabei fünf zentrale Aspekte rund um die finanzielle Altersabsicherung von Selbstständigen pointiert dar. Ihr Fazit: Selbstständige sind in Zeiten guten Verdienstes in Hinblick auf ihre Altersvorsorge teilweise sogar überversorgt. Im Falle finanzieller Schwierigkeiten – ausgelöst durch Probleme wie beispielsweise Krankheit, Scheidung, unternehmerische Fehlentscheidungen oder Steuernachforderungen – kann es dazu kommen, dass sie die Versicherungen nicht mehr bedienen können. Dies führt schlimmstenfalls zur Auflösung der Absicherung. Personen, die alleine selbstständig sind, fehlt häufig die Zeit, sich mit den komplexen Produkten der Altersversorge auseinanderzusetzen. Problematisch sind fehlendes Wissen und eine oftmals fehlende produktunabhängige Beratung. In der Folge wird häufig auf gut gemeinte Tipps gesetzt, die sich dann im Nachhinein als falsche Entscheidung herausstellen können. Ommeln führt aus, welche Produkte sich für eine Altersabsicherung Selbstständiger eignen und geht hierbei auf mögliche Stolperfallen ein. Zusammenfassend stellt sie politische Forderungen auf, die auf derzeitige Lücken in der Altersvorsorge verweisen und Lösungsperspektiven aufzeigen. Sie verweist dabei insbesondere auf die Notwendigkeit einer kostengünstigen und unabhängigen Beratung für Selbstständige sowie deren Entlastung von Sozialabgaben.

institut für finanzdienstleistungen e. V. (iff)

Das institut für finanzdienstleistungen e. V. (iff) ist ein gemeinnütziges Forschungsinstitut, das seit über 30 Jahren im Auftrag verschiedener öffentlicher Auftraggeber auf nationaler und internationaler Ebene, Verbraucherverbänden und auch von privatwirtschaftlichen Unternehmen forscht. Das iff setzt sich seit seiner Gründung für den Zugang zu Finanzdienstleistungen ein und konzentriert sich vor allem auf finanziell verletzliche Verbraucher, insbesondere auf Alleinselbständige sowie überschuldete Verbraucher.

Überschuldungsschlaglichter

Die Überschuldungsschlaglichter des Instituts für Finanzdienstleistungen (iff) in Kooperation mit der Stiftung Deutschland im Plus greifen aktuelle Fragestellungen der Überschuldung in Deutschland auf und bieten ausgewiesenen Fachleuten ein Forum.
Die komplette iff Reihe „Schlaglicht der Überschuldung“ finden Sie hier. Angelehnt sind sie an den jährlich erscheinenden iff-Überschuldungsreport.

 „Deutschland im Plus“ – Die Stiftung für private Überschuldungsprävention

Die Stiftung „Deutschland im Plus“ engagiert sich für die private Überschuldungsprävention in Deutschland. Zu unseren Aufgaben zählen Bildungsmaßnahmen für Schüler, Bereitstellung von Informationen, Forschungsförderung sowie konkrete Beratung für Hilfesuchende. Unsere Arbeit fokussiert sich auf folgende Themen: finanzielle Bildung, Hilfe bei Schulden, Forschung.

Ansprechpartnerin

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Sally Peters



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BMJV stellt die Evaluierung der Verkürzungsmöglichkeiten im Insolvenzfall der Fachöffentlichkeit vor

Nun hat auch die Evaluation der Bundesregierung zur Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens die ersten Schätzungen des Überschuldungsberichts 2017 bestätigt.[1] Weniger als zwei Prozent der Betroffenen haben eine vorzeitige Restschuldbefreiung erreicht. Das ursprüngliche Ziel der Insolvenzrechtsreform von 15 Prozent ist deutlich verfehlt worden. Unverändert müssen damit die meisten Menschen, die eine Insolvenz anmelden, sechs Jahre lang in der sogenannten Wohlverhaltensphase alles über die Pfändungsgrenze hinausgehende Einkommen zur Befriedigung der Gläubiger einsetzen, um eine Befreiung von ihren Restschulden zu erwirken.

Eigentlich sieht die Insolvenzrechtsreform vor, Schuldnern, die zumindest die Verfahrenskosten aufbringen können, ein Jahr, und darüber hinaus Schuldnern, die zusätzlich 35 Prozent der Forderungen begleichen können, weitere zwei Jahre dieser Wohlverhaltensphase zu erlassen. Verfahrenskosten sind aber teuer, zusammen mit der 35 Prozentquote können sich die dann notwendigen Mittel leicht auf bis zu drei Viertel der ursprünglichen Hauptforderung addieren. Wer derart hohe finanzielle Mittel aufbringen kann, dürfte auch schon vor der Reform bei dem ohnehin gesetzlich vorgeschriebenen Einigungsversuch eine einvernehmliche Lösung mit den Gläubigern gefunden haben. Die Zahlung von Gerichtskosten entfällt dann und es kann mehr an die Gläubiger gezahlt werden. Für die meisten Menschen, die einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt haben, sind diese Hürden aber offensichtlich deutlich zu hoch. Es wäre wünschenswert, dass im Rahmen der bald anstehenden europäischen Regelungen eine generelle Verkürzung auf drei Jahre – auch ohne Mindestbefriedigungsquote der Gläubiger – umgesetzt wird.

[1] Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz 2018.